Markt · Interaktiver Ausführungsvergleich
Ausführungsqualität & Handelsnachweise
Wie ein Auftrag rekonstruiert wird: passende Referenz, Slippage, Teilausführungen, Zeitstempel und belastbare Unterlagen.
In diesem Artikel
Was soll eine Ausführungsprüfung beantworten?Anzeige, Absenden, Annahme und GeschäftDie richtige Referenz auswählenInteraktiver AusführungsvergleichSlippage, Requote und Ablehnung trennenZeit und Datenqualität zuerst klärenWelche Unterlagen helfen?Menge und Gewichtung berücksichtigenWelche Kennzahlen sind aussagekräftig?Beobachtung, Auffälligkeit und FeststellungEine konkrete Anfrage formulierenQuellenWas soll eine Ausführungsprüfung beantworten?
Ein unerwarteter Preis ist zunächst eine Beobachtung. Zu prüfen ist, ob er durch passende Quotes, Menge, Zeitpunkt und vereinbarte Ausführungsbedingungen erklärbar ist. Erst danach lassen sich konkrete Widersprüche benennen. Ein schlechter Handelserfolg und eine fehlerhafte Ausführung sind unterschiedliche Fragen.
Die Prüfung beginnt bei einem einzelnen Auftrag und seiner Datenkette: Was wurde abgesendet, was bestätigt, welcher Teil ausgeführt und welche Position dadurch verändert? Bei mehreren Geschäften folgt eine statistische Betrachtung. Diese Seite liefert einen nachvollziehbaren Prüfpfad und ein Preisvergleichslabor, kein automatisches Brokerurteil.
Anzeige, Absenden, Annahme und Geschäft
Die Quote auf dem Bildschirm stammt von einem bestimmten Zeitpunkt. Der Klick erzeugt eine Anfrage. Versand, Netztransport und Verarbeitung können weitere Zeit beanspruchen. Die Ausführung oder Ablehnung ist ein späteres Ereignis. Die Differenz zwischen Klickquote und Fill kann deshalb sowohl Marktänderung als auch Ausführungswirkung enthalten.
Order, Deal und Position sind getrennte Objekte. Ein Auftrag kann mehrere Teilausführungen erzeugen. Für diese müssen Mengen und Preise einzeln oder korrekt gewichtet betrachtet werden. Eine nur teilweise ausgeführte Order darf nicht so analysiert werden, als sei die gesamte Wunschmenge gefüllt. Orderzustände und Füllrichtlinien →
Die richtige Referenz auswählen
Für einen Kauf wird der Fill mit dem passenden Ask verglichen, für einen Verkauf mit Bid. Last oder ein Mittelkurs sind andere Größen. Zusätzlich muss die Referenz für dasselbe Produkt, dieselbe Laufzeit und den relevanten Handelszeitpunkt gelten. Ein CFD auf einen späteren Future ist nicht ohne Weiteres mit einem Kassaindex vergleichbar.
Fiktiv: Bid 100, Ask 100,20, Kauf-Fill 100,20. Gegen Ask liegt keine Abweichung vor. Gegen Bid wirkt der Kauf um 0,20 teurer; diese Differenz erklärt hier der Spread. Ein Kauf-Fill 100,50 liegt dagegen 0,30 über diesem Ask. Ob die Quote zum Fillzeitpunkt noch bestand und die Menge abdeckte, ist eine weitere Frage.
Eine Referenz zum Absendezeitpunkt misst ein anderes Phänomen als eine passend synchronisierte Quote zur Verarbeitung. Beide können nützlich sein, dürfen aber nicht gleich benannt werden. Referenzmarkt, Quote und Mengenbedingungen →
Interaktiver Ausführungsvergleich
Eine Ausführung mit einer ausdrücklich gewählten Referenz vergleichen
Lokale Lernrechnung, keine hochgeladenen Handelsdaten. Der Referenzzeitpunkt ist eine Annahme; es erfolgt keine Zeitstempelsynchronisierung oder Live-Quote-Abfrage. Mengeneffekt = Preisabweichung × ausgeführte Menge × Multiplikator. Keine Aussage über Best Execution oder Rechtsansprüche.
Slippage, Requote und Ablehnung trennen
Slippage ist eine Preisabweichung gegenüber einer angegebenen Referenz. Unser Labor definiert positive Werte als ungünstig: Kauf-Fill minus Referenz-Ask beziehungsweise Referenz-Bid minus Verkauf-Fill. Negative Werte sind günstiger. In anderen Systemen kann die Vorzeichenkonvention anders sein; Definition und Einheit gehören zur Kennzahl.
Ein Requote ist eine neue Preisstellung, kein abgeschlossener Fill. Eine Ablehnung hat zunächst ebenfalls keinen Ausführungspreis. Beides beeinflusst aber Handelbarkeit und Ergebnisvergleich. Wer nur erfolgreich gefüllte Geschäfte auswertet, lässt möglicherweise wichtige Ereignisse aus. Ein Ablauf wegen Gültigkeit oder eine eigene Stornierung ist wiederum anders einzuordnen.
Zeit und Datenqualität zuerst klären
Die MT5-Hilfe unterscheidet Journal und Experts-Log. Journalzeiten werden laut Dokumentation nach der Zeitzone des Nutzercomputers angezeigt; Tageslogs und Expertenlogs liegen in getrennten Verzeichnissen. Deshalb lokale Journalzeit nicht ohne Prüfung mit Server- oder externen Marktzeiten gleichsetzen.
Für eine Zusammenführung dokumentieren: Zeitzone, Sommerzeit, Zeitformat, Auflösung und bekannte Uhrabweichungen. Zwei sekundengenaue Einträge beweisen keine Reihenfolge innerhalb derselben Sekunde. Eine Netzwerk-Latenzschätzung ist kein gemessener gesamter Ausführungsweg. Daten ohne Millisekunden lassen keine solche Präzision durch nachträgliche Formatierung entstehen.
[EX-JOURNAL]Welche Unterlagen helfen?
| Unterlage | Beitrag | Grenze |
|---|---|---|
| Originalauftrag und Tickets | Richtung, Symbol, Volumen, Ordertyp, Parameter | Eine lokale Absendeanzeige belegt noch keine Annahme. |
| Geschäfts-/Kontohistorie | Tatsächliche Preise, Mengen und Zuordnung | Nicht jeder Report enthält abgelehnte Anfragen. |
| Journal und Experts-Logs | Nachrichten, Verbindungen, EA-Aktionen | Lokale Daten sind keine unabhängige Börsenaufzeichnung. |
| Bid-/Ask-Ticks mit Zeitbezug | Passende Quote-Seite und Verlauf | Datenquelle, Menge, fehlende Ticks und Auflösung prüfen. |
| Symbol- und Vertragsbedingungen | Kontrakt, Menge, Tick, Gültigkeit, Preisregeln | Die zum Ereignis geltende Fassung ist entscheidend. |
| Brokerantwort / Ausführungspolitik | Erklärung eines konkreten Vorgangs | Anbieteraussage separat von eigener Prüfung kennzeichnen. |
Originaldateien unverändert sichern, Kopien für die Arbeit verwenden und Herkunft sowie Erfassungszeit notieren. Ein Hash kann spätere Änderungen erkennbar machen; er beweist nicht, dass der Inhalt bei der Erstellung wahr war. Vor einer Weitergabe Kontokennungen und personenbezogene Daten gezielt pseudonymisieren. Reports exportieren → · Logs und Fehlerdiagnose →
Menge und Gewichtung berücksichtigen
Zwei Fills: 3 Einheiten zu 100,20 und 7 zu 100,40 ergeben den volumengewichteten Preis (3 × 100,20 + 7 × 100,40) / 10 = 100,34. Das einfache Mittel 100,30 ist hier falsch. Bezogen auf Ask 100,20 liegt die gewichtete Abweichung bei 0,14 je Einheit.
Für unterschiedliche Instrumente dürfen rohe Preisabweichungen nicht beliebig gemittelt werden. Tickgrößen, Multiplikatoren, Währungen und Auftragsmengen unterscheiden sich. Der monetäre Effekt und die Tickabweichung beantworten verschiedene Fragen. Auch wenige große Aufträge können ein mengenbezogenes Mittel prägen.
Welche Kennzahlen sind aussagekräftig?
Für eine Serie dokumentieren: Zahl aller relevanten Anfragen, gefüllte und abgelehnte Anteile, Teilausführungen, günstige/ungünstige/neutrale Abweichungen, Median und Randbereiche sowie die jeweilige Referenzdefinition. Ergebnisse nach Symbol, Orderart, Menge und Marktphase aufteilen, sofern die Datenbasis trägt.
Eine scheinbare Asymmetrie kann ein Rechercheansatz sein. Für eine belastbare Aussage müssen Kundenauftragsmix, verfügbare Quotes und Auswahl der Beobachtungen berücksichtigt werden. Aus wenigen ungünstigen Fills folgt keine Manipulation; aus einem positiven Durchschnitt folgt keine vollständige faire Behandlung aller Aufträge.
Beobachtung, Auffälligkeit und Feststellung
Beobachtung: Der Preis weicht von einer angegebenen Vergleichsquote ab. Auffälligkeit: Wiederholte, nicht erklärte Abweichungen verdienen weitere Prüfung. Feststellung: Passende Daten oder ein maßgeblicher Befund belegen einen konkret benannten Fehler. Diese drei Ebenen werden nicht durch eine rote Ampel ersetzt.
Die CFTC dokumentierte 2011 im historischen FXCM-Vergleich eine problematische Behandlung positiver und negativer Slippage. Der Fall zeigt, dass Regeln und ihre tatsächliche Anwendung untersuchbar sind. Er belegt keine entsprechende Praxis jedes heutigen Brokers. Der Verfahrenskontext bleibt in der kritischen Chronologie eingeordnet.
[H-EXECUTION]Eine konkrete Anfrage formulieren
Eine brauchbare Nachfrage nennt Konto pseudonymisiert, Symbol, Order-/Deal-Ticket, Richtung, Menge, Ereigniszeit samt Zeitzone, Auftragstyp, tatsächlichen Preis und eigene Referenz. Dazu eine klare Frage: Welche Quote und Ausführungsregel erklären diesen Vorgang? Bei Teilausführungen auch die Restmenge angeben.
Antwort und Belege gemeinsam prüfen. Fehlende Daten als offen markieren, nicht durch Vermutung ersetzen. Der passende weitere Beschwerdeweg hängt von Rechtsträger, Vertrag und Rechtsraum ab. Dokumentierte Fälle → · Quellenstandard →
Quellen & Geltungsbereich
Die Aussage bleibt prüfbar.
- MetaTrader 5 · Platform Logs
Herstellerhilfe, 30.09.2026: Journal/Experts, lokale Zeit im Journal und Logdateien. Keine vollständige unabhängige Ausführungsprüfung allein durch Terminaldaten.
Quelle öffnen ↗ - CFTC · FXCM-Verfügung, 03.10.2011, 6119-11
Behördenfeststellungen im Vergleich zur Slippage-Behandlung. Fallbezogen, nicht auf alle Anbieter übertragen.
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