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Geschichte · Historisches Dossier

Die Geschichte des Retail-Margin-Handels

Mehrere Ursprünge, frühe Akteure und der Weg vom Telefonhandel zum globalen Plattformökosystem – mit filterbarer Zeitachse und offenem Quellenbefund.

30.09.2026Deutsch · Quellenbasierter Wiki-KernUnabhängig von MetaQuotes
In diesem ArtikelEine Geschichte mit mehreren UrsprüngenVier Vertragswelten hinter einem ähnlichen BildschirmVor 1974: Terminhandel und Privatkundenspekulation1971–1973: Wechselkursrisiko bekommt neue Märkte1974–1980er: der britische Finanz-Spread-Betting-Strang1990er: institutionelle CFDs und eine offene Erfinderfrage1990er–2000er: das Internet verändert den VertriebJapan, Schweiz und Australien: keine bloßen UK-Ableger2000–2010er: Brokertechnik wird ein eigenes ÖkosystemBörse, DMA und Clearing: drei verschiedene AntwortenWachstum, Interessenkonflikte und Belastungstests2010–2026: Schutzarchitektur statt bloßer RisikohinweiseAkteure und ihre belegte historische RolleInteraktive Zeitachse: von Vorläufern bis 2026Was noch nicht abschließend rekonstruiert istQuellen
Historisches Dossier · Quellenstand 30.09.2026 · Gesicherte Meilensteine und offene Zuschreibungen werden getrennt ausgewiesen.

Eine Geschichte mit mehreren Ursprüngen

Der moderne Retail-Margin-Handel hat keinen einzelnen Geburtsort. Unter diesem Begriff liegen mindestens vier verschiedene Entwicklungen: kreditfinanzierter Wertpapierbesitz, börsliche Derivate mit Sicherheiten, außerbörsliche Finanzwetten beziehungsweise Differenzkontrakte und margengestützter Devisenhandel. Großbritannien ist ein wichtiger Ursprung des modernen Finanz-Spread-Bettings und der Retail-CFD-Industrie. Die breitere Geschichte beginnt früher und führt auch durch die USA, Japan und kontinentaleuropäische Technologieunternehmen.

Diese Rekonstruktion verbindet belegte Meilensteine mit einer Analyse ihrer wirtschaftlichen Bedeutung. Sie ist keine abschließende Liste aller Firmen weltweit. Gerade bei frühen OTC-Geschäften fehlen öffentliche Transaktionsregister. Gründung, erste Software, erstes Live-Konto, Zulassung und internationale Expansion werden daher ausdrücklich auseinandergehalten. Ein späteres Jubiläum beweist das dort behauptete Ereignis weniger unmittelbar als eine damalige Mitteilung.

Der Quellenstand ist der 30. September 2026. Die Zeitachse unterscheidet zeitgenössische Dokumente, Behördenrückblicke, Unternehmenschroniken und offene Zuschreibungen. Ein Quellenlink belegt nur den angegebenen Sachverhalt; er ist weder Empfehlung noch Gütesiegel.

Vier Vertragswelten hinter einem ähnlichen Bildschirm

StrangWas der Kunde wirtschaftlich hältWas Margin hier bedeutetHistorische Abgrenzung
Aktien auf KreditWertpapierbesitz plus FinanzierungsschuldEigenanteil/Sicherheit für den BrokerkreditKeine bloße Auszahlung einer Kursdifferenz.
BörsenfuturesStandardisierter TerminvertragSicherheiten und laufender Ausgleich nach Börsen-/ClearingregelnEigenständige Linie vor dem Online-CFD.
Finanz-Spread-BettingVertrag über Gewinn/Verlust je Punkt einer PreisbewegungSicherheitsleistung gegenüber dem Wett-/FinanzanbieterUK-Strang; Steuer- und Rechtsbehandlung nicht weltweit gleich.
OTC-CFD / margengestützter FX-VertragVertraglicher Anspruch gegen den AnbieterSicherheit für das volle ExposureProduktname allein klärt weder Abwicklung noch Rechtsstatus.

Eine identische Chartansicht kann unterschiedliche Vertragswelten verdecken. Historische Vergleiche müssen deshalb nach Besitz, Gegenpartei, Handelsplatz, Laufzeit, Besicherung und Rechtsraum fragen. Auch „Spot FX“ auf einer Retailplattform kann wirtschaftlich ein fortlaufend gerolltes, margengestütztes Produkt sein. Es ist nicht automatisch mit dem Umtausch von Urlaubsgeld oder institutionell lieferbarem Devisenhandel gleichzusetzen.

Vor 1974: Terminhandel und Privatkundenspekulation

Dōjima in Osaka wird von der Japan Exchange Group für 1730 als früher organisierter Futures-Markt eingeordnet. Chicago bildet einen weiteren Strang: CBOT-Gründung 1848, Standardisierung und Margins 1865 nach der CME-Historie. Diese Meilensteine erklären die Organisation von Verpflichtungen und Sicherheiten; sie belegen keinen direkten Stammbaum vom Reisterminvertrag zum heutigen CFD-Konto.

Für den ausdrücklich privaten, kreditfinanzierten Handel ist der US-Aktienboom der 1920er entscheidend. Die Federal Reserve beschreibt gewöhnliche Anleger, die nur einen Teil des Aktienpreises zahlten und den Rest liehen. Die gekauften Aktien dienten als Sicherheit. Regulation T trat am 1. Oktober 1934 in Kraft und regulierte Broker-/Dealer-Wertpapierkredit. Damit existieren Privatkundenzugang, Hebel und regulatorische Reaktion Jahrzehnte vor dem britischen Finanz-Spread-Betting.

Die historische Verbindung ist funktional: Ein kleiner Kapitaleinsatz trägt eine große Preisexposition. Die Rechtsmechanik bleibt verschieden. Ein Kredit kann Zinsen, Rückzahlungspflichten und einen verpfändeten Vermögenswert erzeugen; eine Derivatemargin besichert den Anspruch aus einem Vertrag. Diese Unterscheidung verhindert, die gesamte Geschichte als Erfindung eines einzigen Produkts zu erzählen.

[H-JPX][H-CBOT][H-FED1929][H-REGT]

1971–1973: Wechselkursrisiko bekommt neue Märkte

Der Übergang aus Bretton Woods verlief in Schritten: 1971 endete die Dollar-Goldkonvertibilität für ausländische Zentralbanken, 1973 gingen wichtige Währungen zu flexiblen Wechselkursen über. Devisenhandel gab es vorher; verändert wurde die Ordnung des Wechselkursrisikos. Absicherung und Spekulation konnten nun auf andere Weise an laufenden Preisbewegungen anknüpfen.

1972 startete der IMM-Währungsfutures-Strang der CME. Leo Melamed und Milton Friedman gehören zur dokumentierten Entstehungsgeschichte. Dieses börsliche Modell darf nicht mit den späteren Internet-FX-Dealern gleichgesetzt werden: standardisierte Kontrakte, Handelsplatz und Clearing stehen einer bilateralen Retail-Beziehung gegenüber. Beide ermöglichen Währungsexposure, organisieren Gegenparteien und Sicherheiten aber unterschiedlich.

[H-BRETTON][H-IMM]

1974–1980er: der britische Finanz-Spread-Betting-Strang

IG datiert seine Gründung durch Stuart Wheeler auf 1974 und verbindet die frühe Geschäftsidee mit dem Goldpreis. Ein Kunde konnte an dessen Bewegung teilnehmen, ohne physisches Gold zu kaufen. City Index nennt 1983 sowie Chris Hales und Jonathan Sparke. Diese Anbieter stehen für einen frühen britischen Markt, in dem ein Preisindex zum Gegenstand eines margengestützten Kundenvertrags wird.

Die besondere Architektur des Spread Bets: Ein Einsatz pro Punkt verbindet die Kursbewegung unmittelbar mit einem Geldgewinn oder Geldverlust. Der „Spread“ enthält die Geld-/Brief-Differenz der angebotenen Preise; er ist kein Beweis dafür, dass der Anbieter ausschließlich vom Spread lebt. Eine Position kann für den Anbieter eigenes Marktrisiko oder einen Sicherungsbedarf erzeugen.

Für die historische Attraktivität gehört das britische Steuerumfeld in die Erklärung, aber nicht als pauschales Versprechen „steuerfrei“. HMRC behandelt Spread Betting nach Vertrag und wirtschaftlicher Substanz. CFDs sind steuerlich davon zu unterscheiden. Fehlender Aktienerwerb und mögliche Stamp-Duty-Effekte bedeuten nicht, dass jeder Gewinn steuerfrei wäre. Auch die steuerliche Behandlung eines UK-Kunden sagt nichts über einen deutschen Kunden aus.

[H-IG][H-CITY][H-TAXBET][H-TAXCFD]

1990er: institutionelle CFDs und eine offene Erfinderfrage

Die verbreitete Ursprungserzählung verbindet frühe Aktien-CFDs mit institutionellem Handel in London: wirtschaftliches Aktienexposure ohne unmittelbaren Aktienerwerb, nutzbar für Long-/Short-Positionen und Absicherung. Spätere Darstellungen nennen Smith New Court und schreiben Brian Keelan sowie Jon Wood eine Schlüsselrolle zu. Die hier nachgewiesene Verbands-/Steinbeis-Darstellung ist eine spätere Sekundärquelle. Sie ersetzt keinen Vertrag, Handelsbeleg oder zeitgenössischen Produktprospekt.

Wir vergeben deshalb keinen gesicherten Titel „Erfinder des CFD“. Offen bleiben die genaue erste Transaktion, die damals beteiligte juristische Gesellschaft, die Vertragsgestaltung und der Vorrang gegenüber ähnlichen Differenzgeschäften. Auch ein späterer Arbeitgebername darf nicht rückwirkend zur damaligen Firmenbezeichnung werden. Diese Lücke ist ein Ergebnis der Recherche und kein Anlass, eine häufig kopierte Geschichte als Tatsache auszugeben.

Besser dokumentiert ist der Übergang zum elektronischen Retailangebot. Eine OST-Mitteilung vom 31. Oktober 2000 beschreibt GNI touch, CFDs und deren Verarbeitung. Die darin erwähnte Auszeichnung einer Vorversion 1998 belegt gerade nicht automatisch einen CFD-Launch 1998. CMCs Prospekt trennt den CFD-Start 2000 vom Online-Spread-Betting-Start 2001. Die einfache Abfolge „erst Spread Betting, daraus alle CFDs“ passt somit nicht zu jedem Anbieter.

[H-ORIGIN][H-GNI][H-CMC]

1990er–2000er: das Internet verändert den Vertrieb

Eine Handelsidee wird erst zum skalierbaren Retailgeschäft, wenn Kunden Preise sehen, Konten eröffnen, Geld einzahlen und Aufträge ohne telefonischen Dealer übermitteln können. Die historische Veränderung liegt deshalb nicht nur im Vertrag, sondern im Zugang. Eigene Websites, Kontosysteme und Ausführungssoftware verbinden vormals getrennte Arbeitsschritte.

CMC beschreibt die 1996 eingeführte Online-Retail-FX-Plattform im Börsenprospekt als eine der ersten. Saxo nennt 1992 als Gründungsjahr, Kim Fournais und Lars Seier Christensen als Gründer und 1998 für die eigene Onlineplattform. OANDA kam aus dem Währungsdaten-/Technologiestrang und startete fxTrade 2001. FXCM und GAIN Capital datieren ihre Anfänge auf 1999. GAINs spätere SEC-Unterlagen dokumentieren außerdem Partner-/White-Label-Vertrieb.

Die kritische Datierungsfrage zeigt sich an OANDA: Die heutige Chronik nennt 1996, eine eigene Übernahmemitteilung von 2018 hingegen 1995. Informationsprodukt, Gesellschaftsgründung und Handelsstart können verschiedene Daten haben; ohne ergänzende Gründungsakten wird der Widerspruch nicht wegerklärt. Ähnlich trennt XTB seine Vorläufer 2002, die Investmentfirma 2004 und die Erlaubnis 2005.

Die wirtschaftliche Folge ist eine Trennung von Kundenzugang und technischer Herstellung. Ein Anbieter kann einen eigenen Frontendnamen führen und Infrastruktur einkaufen. Der Kunde muss damit nicht nur fragen „Welche Plattform nutze ich?“, sondern „Welcher Rechtsträger schuldet mir Ausführung und Auszahlung?“ Auftragsweg und Brokerhedging →

[H-CMC][H-SAXO][H-OANDA][H-OANDA1995][H-FXCM][H-GAIN][H-XTB]

Japan, Schweiz und Australien: keine bloßen UK-Ableger

Japan besitzt eine eigenständige Retail-FX-Geschichte. Die FSA verbindet den OTC-Markt mit der Liberalisierung 1998; 2005 folgte ein Registrierungsrahmen. Die Retail-Hebelgrenze wurde im August 2010 auf 50 und im August 2011 auf 25 reduziert. Parallel startete die Tokyo Financial Exchange am 1. Juli 2005 Click 365. Börslicher und außerbörslicher Währungshandel entwickelten sich hier nebeneinander.

Die BIS machte 2013 Retail-FX durch zusätzliche Erhebungsunterteilungen statistisch sichtbarer. In der erfassten dealerbezogenen Menge lagen Retail-Anteile bei 3,5 % insgesamt und 3,8 % im Spotsegment; für Japan waren es ungefähr 10 % beziehungsweise 19 %. Interne Plattformgeschäfte sind teilweise nicht enthalten. Das sind historische Erhebungswerte, keine vollständige Marktgröße und keine heutige Rangliste.

In der Schweiz begann Swissquote 1996 mit Finanzinformation; der FX-Ausbau über ACM folgte 2010. Dukascopy unterscheidet Projektbeginn 1998, Gesellschaft 2004 und SWFX 2006; André und Veronika Duka werden in der Anbieterhistorie mit der Gesellschaft verbunden. Eigene Daten- und Ausführungstechnologie bilden einen anderen Entwicklungsweg als das britische Wettprodukt.

CMC eröffnete 2002 in Sydney. Die spätere australische CFD-Intervention von ASIC gilt seit dem 29. März 2021 und wurde 2022 bis zum 23. Mai 2027 verlängert. Expansion und Regulierung sind damit zwei getrennte historische Bewegungen: Ein importiertes Produkt wird nicht dauerhaft nach den Regeln seines Herkunftslands behandelt.

[H-JAPAN][H-TFX][H-BIS][H-SWISS][H-DUK][H-CMC][H-ASICA][H-ASICB]

2000–2010er: Brokertechnik wird ein eigenes Ökosystem

MetaQuotes datiert FX Charts auf 2000 und die zweite Plattform mit MQL auf 2001. Die Ankündigung vom 7. Juni 2005 nennt den offiziellen MT4-Release am 1. Juli 2005 und Renat Fatkhullin als CEO. MT5 wurde am 1. Juni 2010 veröffentlicht. Spotware nennt 2011 für den Start von cTrader. Neben solchen Brokerplattformen blieben eigene Systeme wie jene von Saxo, OANDA oder Dukascopy bestehen.

Der strukturelle Wandel: Softwarelieferant, kontoführender Broker, Vermittler, Datenquelle, Liquiditätsanbieter und Strategieautor werden unterscheidbare Rollen. Ein verbreitetes Frontend erleichtert Schulung, Kundenwechsel und den Vertrieb von Zusatzsoftware. Es bedeutet nicht, dass alle angeschlossenen Broker dieselben Kurse, Orderregeln, Gegenparteien oder regulatorischen Voraussetzungen haben.

Expert Advisors, APIs und Signale erweitern das Produkt über manuelle Orders hinaus. eToro datiert OpenBook/CopyTrader auf 2010. Historisch verschiebt sich damit die Kundentätigkeit teilweise vom einzelnen Handelsentschluss zur Auswahl eines Systems oder einer Person. Das neue Interface beseitigt weder das alte Positionsrisiko noch mögliche Vergütungs- und Ausführungskonflikte. Social, Copy und Mirror Trading → · MAM/PAMM →

[COMPANY][H-MT4][H-MT5][H-CTRADER][H-ETORO]

Börse, DMA und Clearing: drei verschiedene Antworten

ASX kündigte am 24. Oktober 2007 den Start börslicher CFDs für den 5. November an, zunächst mit 16 Aktienkontrakten. Das zeigt, dass „CFD“ nicht zwingend nur eine bilaterale OTC-Struktur beschreibt. Ein historisch angebotenes Börsenprodukt darf jedoch nicht ohne aktuelle Prüfung als heute verfügbares Angebot dargestellt werden.

LCHs Archiv dokumentiert einen CFD-Clearing-Meilenstein bereits 2010; eine weitere Mitteilung 2013 betrifft den Aufbau mit Cantor und nennt Commerzbank, ING und Citi. Die Vollabrufe dieser alten Archive waren gesperrt, weshalb nur die datierten offiziellen Suchtexte verwendet werden. Ein angeblich universeller „erster geclearter CFD 2013“ wäre angesichts des früheren Hinweises zu weitgehend.

DMA beschreibt einen Marktzugang beziehungsweise eine Ausführungsarchitektur. Clearing organisiert die Abwicklung und Gegenparteirisiken. Börsenhandel betrifft den Handelsplatz und seine Regeln. Diese Eigenschaften können zusammen auftreten, sind aber keine Synonyme. Auch ein extern abgesicherter Kunden-CFD bleibt anhand seines tatsächlichen Vertrags zu prüfen. Agent, Principal, A- und B-Buch →

[H-ASX][H-LCH2010][H-LCH2013]

Wachstum, Interessenkonflikte und Belastungstests

Die Historie ist keine reine Fortschrittskurve. Die CFTC dokumentierte 2011 im FXCM-Fall eine problematische Slippage-Behandlung. 2017 traf sie in einer Vergleichsverfügung Feststellungen über eine verdeckte Verbindung zu einem wichtigen Market Maker und irreführende No-Dealing-Desk-Darstellungen. Diese behördlichen Feststellungen betreffen konkrete historische Gesellschaften und Zeiträume; sie sind kein Urteil über sämtliche heutigen Anbieter oder ein strafrechtlicher Schuldspruch.

Der SNB-Beschluss vom 15. Januar 2015 beendete den EUR/CHF-Mindestkurs von 1,20. Für die Branchenanalyse ist das ein Belastungstest: Eine Kurslücke kann Sicherheiten schneller entwerten, als Positionen zu erwarteten Preisen geschlossen werden. Der Zentralbankbeschluss allein belegt aber nicht, welcher Broker insolvent wurde, wie einzelne Kunden abgerechnet wurden oder wer für einen Verlust haftete.

Drei Risikofragen müssen getrennt werden: Marktverlust aus der Position, Liquiditäts-/Ausführungsrisiko beim Schließen und Ausfall der Vertragsgegenpartei. Eine schnelle App betrifft zunächst die Bedienung. Ein hohes beworbenes Handelsvolumen ist kein Nachweis dafür, dass diese drei Risiken kontrolliert sind. Für konkrete Vorwürfe braucht es Auftragsdaten, Vertragsunterlagen und gegebenenfalls Aufsichts- oder Gerichtsakten.

[H-EXECUTION][H-FXCM2017][H-SNB]

2010–2026: Schutzarchitektur statt bloßer Risikohinweise

In den USA veröffentlichte die CFTC 2010 einen eigenen Retail-Forex-Rahmen. Dieser Strang ist kein Beleg dafür, dass jeder Währungshandel dort verboten wäre. Die Zulässigkeit eines Instruments und die Erlaubnis eines Anbieters müssen nach Produkt und Kundengruppe bestimmt werden. Ein US-gegründeter FX-Anbieter kann historisch wichtig sein, ohne dass damit ein allgemeiner US-Retail-CFD-Zugang belegt ist.

Die FCA-Konsultation 2016 nannte 82 % Verlustkunden in einer historischen Stichprobe. 2017 adressierte BaFin CFDs mit Nachschusspflicht. Ab 3. Januar 2018 galt MiFID II; separat begann am 1. August 2018 die ESMA-CFD-Produktintervention. Hebelgrenzen, Margin-Close-out, Negativsaldoschutz, Anreizbeschränkungen und standardisierte Warnungen betreffen unterschiedliche Mechanismen und sollten nicht zu einem einzigen „Risikohinweis“ zusammengezogen werden.

2019 folgten permanente beziehungsweise nationale Maßnahmen, unter anderem in UK und Deutschland. Die ursprüngliche befristete ESMA-Maßnahme ist deshalb nicht allein die heutige Rechtsgrundlage jedes nationalen Angebots. Verlustquoten wurden zugleich zu einer öffentlich sichtbaren Ergebnismessung. Ihre Kontenbasis erklärt keine persönliche Verlustwahrscheinlichkeit und beweist keine Manipulation. Berechnung und Interpretation →

ESMAs Copy-Trading-Briefing 2023 und IOSCOs Bericht 2025 behandeln den delegierten Handel. Das ESMA-Statement vom Februar 2026 zeigt außerdem, dass als „Perpetuals“ bezeichnete Produkte nach ihren Vertragsmerkmalen unter CFD-Maßnahmen fallen können. Die historische Lehre: Ein neuer Name oder eine neue Oberfläche schafft nicht automatisch eine neue, unregulierte Produktwelt. Regulatorischer Prüfpfad →

[H-US2010][H-FCA2016][REG-BAFIN][H-MIFID][H-EU2018][H-FCA2019][SOCIAL-ESMA][IOSCO-SOCIAL][REG-PERPETUAL]

Akteure und ihre belegte historische Rolle

Akteur / PersonenHistorischer BeitragGrenze der Aussage
CME/CBOT · Leo Melamed / Milton FriedmanTerminmarktorganisation; Währungsfutures 1972[H-IMM]Nicht Erfinder des gesamten Marginhandels.
IG · Stuart WheelerBritischer Finanz-Spread-Betting-Strang ab 1974[H-IG]Firmengeschichte; kein universeller Erster-Nachweis.
City Index · Chris Hales / Jonathan SparkeWeiterer früher britischer Anbieter, 1983[H-CITY]Chronik nur eingeschränkt abrufbar.
CMC · Peter CruddasFX 1989, Onlineplattform 1996, Retail-CFD 2000[H-CMC]Prospekt-Rückblick; keine globale Priorität übernommen.
Keelan / Wood · Smith New Court-ZuschreibungHäufig genannte institutionelle CFD-Ursprünge[H-ORIGIN]Offene personelle und gesellschaftsrechtliche Zuordnung.
GNI / OSTZeitgenössisch dokumentierte elektronische CFD-Verarbeitung 2000[H-GNI]STP ins Backoffice beweist kein bestimmtes Kunden-Routing.
Saxo · Fournais / ChristensenDänischer Brokerage-/Onlineplattform-Strang[H-SAXO]Eigene Anbieterchronik.
OANDA · Stumm / OlsenWährungsdaten, fxTrade und API[H-OANDA]Gründungsdatierung 1995/1996 bleibt offen.
FXCM / GAINUS-geprägter Online-Retail-FX-/Partnervertrieb[H-FXCM][H-GAIN]Historische Rolle von behördlichen Fällen trennen.
Japan FSA / TFXLiberalisierung, Retail-Schutz und börslicher FX-Zugang[H-JAPAN][H-TFX]Eigenständige nationale Entwicklung.
Dukascopy · André / Veronika DukaSchweizer Technologie-/FX-Strang[H-DUK]Projekt, Gesellschaft und Plattform separat datieren.
MetaQuotes / SpotwareBrokerplattformen und Automatisierungsinfrastruktur[H-MT4][H-CTRADER]Softwarehersteller sind nicht automatisch Kontogegenpartei.
XTB / Plus500 / eToro / SwissquoteWeitere regionale, eigene Plattform- und Distributionsmodelle[H-XTB][H-PLUS][H-ETORO][H-SWISS]Auswahl historischer Beispiele; keine Vollständigkeits- oder Rangliste.

Interaktive Zeitachse: von Vorläufern bis 2026

42 von 42 Meilensteinen

Mehrjährige Einträge stehen nach ihrem ersten Zuordnungsjahr; ihre Beschriftung bewahrt den tatsächlichen Zeitraum. Die Darstellung setzt keine nur jahresgenau belegten Ereignisse auf einen erfundenen Kalendertag. Ohne JavaScript bleiben alle Einträge lesbar.

1730 · Vorläufer

Dōjima: organisierter Terminhandel

JPX ordnet Dōjima in Osaka als frühen organisierten Futures-Markt ein. Der Vorläufer betrifft die Organisation von Terminhandel, nicht moderne Online-Privatkundenkonten.

Evidenz: Primär-Rückblick [H-JPX]

1848 / 1865 · Vorläufer

Chicago: Börse, Standards und Sicherheiten

CBOT 1848; CME datiert standardisierte Futures und Margins in diesem Strang auf 1865. Besicherung von Verpflichtungen ist älter als Retail-CFDs.

Evidenz: Primär-Rückblick [H-CBOT]

1920er / 1929 · Vorläufer

Privatanleger kaufen Aktien auf Kredit

Der US-Margin-Aktienhandel erreicht breite Privatkundennutzung. Aktienkredit bleibt wirtschaftlich und rechtlich von der späteren CFD-Sicherheitsleistung zu unterscheiden.

Evidenz: Primär-Rückblick [H-FED1929]

01.10.1934 · Regulierung

Regulation T tritt in Kraft

Die Federal Reserve regelt den von Brokern/Dealern gewährten Wertpapierkredit. Eine frühe regulatorische Antwort auf kreditfinanzierte Spekulation.

Evidenz: Zeitgenössischer Rechtsmeilenstein / Behördenrückblick [H-REGT]

1971 / 1973 · FX

Bretton Woods endet schrittweise

Goldkonvertibilität des Dollars für ausländische Zentralbanken endet 1971; wichtige Währungen floaten 1973. Wechselkursrisiken werden anders organisiert.

Evidenz: Primär-Rückblick [H-BRETTON]

1972 · FX

CME/IMM: Währungsfutures

Leo Melamed und Milton Friedman gehören zur belegten Entstehungsgeschichte des IMM-Währungsfutures-Markts. Börsliche Kontrakte sind ein eigener Zugangspfad.

Evidenz: Primär-Rückblick [H-IMM]

1974 · UK / CFD

Stuart Wheeler gründet IG Index

Goldpreis-Exposure als Index statt physischer Goldbesitz: ein früher britischer Finanz-Spread-Betting-Strang. Kein Beweis, dass alle CFDs oder jeder Marginhandel hier erfunden wurden.

Evidenz: Anbieter-Rückblick [H-IG]

1983 · UK / CFD

City Index tritt hinzu

Anbieterhistorie nennt Chris Hales und Jonathan Sparke als Gründer. Ein weiterer früher britischer Spread-Betting-Akteur; Gründung und Geschäftsbeginn nicht ungeprüft gleichsetzen.

Evidenz: Anbieter-Rückblick / Suchtext [H-CITY]

1989 · FX

Peter Cruddas gründet CMC

Currency Management Corporation beginnt als FX-Broker. Die spätere CMC-Reihenfolge führt von FX zu CFDs und danach Online-Spread-Betting.

Evidenz: Prospekt-Rückblick [H-CMC]

Frühe 1990er · Zuschreibung · UK / CFD

Institutionelle CFD-Wurzeln

Spätere Darstellungen nennen Smith New Court sowie Brian Keelan/Jon Wood. Exakte Ersttransaktion, Priorität und damalige Firmenzuordnung bleiben hier offen.

Evidenz: Offene Zuschreibung [H-ORIGIN]

1992 · FX

Saxo-Vorläufer in Kopenhagen

Kim Fournais und Lars Seier Christensen gründen die Brokerage, aus der Saxo hervorgeht. Die eigene Onlineplattform folgt 1998.

Evidenz: Anbieter-Rückblick [H-SAXO]

1995 / 1996 · Datierungskonflikt · FX

OANDA: Daten und Technologie

Aktuelle Chronik nennt 1996 und Stumm/Olsen; ältere eigene Übernahmemitteilung 1995. Kein stillschweigendes Glätten des Gründungsdatums.

Evidenz: Widersprüchliche Anbieter-Rückblicke [H-OANDA][H-OANDA1995]

1996 · Technik

CMC bietet Online-Retail-FX

Der Prospekt bezeichnet die Plattform als eine der ersten. Das belegt den eigenen Start, keine weltweite Priorität jeder Form von Online-FX.

Evidenz: Prospekt-Rückblick [H-CMC]

1996 · Technik

Swissquote: erst Information

Das Schweizer Börsenkursportal zeigt einen weiteren Zugangspfad: Finanzdaten vor Handelsausführung. FX-Ausbau über ACM folgt 2010.

Evidenz: Anbieter-Rückblick [H-SWISS]

1998 · Technik

Saxo geht online; IG digitalisiert Spread Bets

Zwei unterschiedliche Produkte werden über eigene Onlineoberflächen zugänglich. Ähnliche Bedienung bedeutet keine identischen Verträge.

Evidenz: Anbieter-Rückblicke [H-SAXO][H-IG]

1998 · FX

Japan liberalisiert; Dukascopy-Projekt startet

Japans FSA verknüpft OTC-FX mit der Liberalisierung 1998. Dukascopy nennt 1998 als Projektbeginn, nicht als Gründung der späteren Bank.

Evidenz: Behörden- und Anbieter-Rückblick [H-JAPAN][H-DUK]

1999 · FX

FXCM und GAIN Capital

Zwei US-geprägte Online-FX-Unternehmen entstehen. GAIN dokumentiert 1999 im späteren SEC-Prospekt. Plattformen und Partnervertrieb werden skalierbar.

Evidenz: Anbieter-/Prospekt-Rückblick [H-FXCM][H-GAIN]

31.10.2000 · UK / CFD

GNI touch und CFD-Verarbeitung dokumentiert

Eine zeitgenössische OST-Mitteilung beschreibt GNI touch, CFDs und STP ins Backoffice. Die genannte FT-Auszeichnung 1998 ist kein exakter CFD-Launchbeleg.

Evidenz: Zeitgenössische Unternehmensmitteilung [H-GNI]

2000 / 2001 · UK / CFD

CMC erweitert das Produktprogramm

CFD-Angebot 2000, Online-Financial-Spread-Betting 2001. Eine belegte Abfolge, die der einfachen Linie Spread Betting → CFD entgegenläuft.

Evidenz: Prospekt-Rückblick [H-CMC]

2000 / 2001 · Technik

MetaQuotes: FX Charts und MQL

Hersteller datiert FX Charts auf 2000, die zweite Plattform mit MQL auf 2001. Brokertechnik und kundenseitige Automatisierung wachsen zusammen.

Evidenz: Hersteller-Rückblick [COMPANY]

2001 · FX

OANDA startet fxTrade

Eigene Ausführungsplattform nach dem Aufbau von Währungsdatenangeboten. API folgt 2003; Informationsportal und handelbares Konto sind verschiedene Stufen.

Evidenz: Anbieter-Rückblick [H-OANDA]

2002 · UK / CFD

CMC eröffnet Sydney

Belegter Schritt der internationalen CFD-/FX-Expansion. Die Frage nach dem ersten australischen CFD-Anbieter wird nicht aus einer einzelnen Firmenchronik entschieden.

Evidenz: Prospekt-Rückblick [H-CMC]

2002 / 2004 / 2005 · FX

XTB: Vorläufer, Gesellschaft, Erlaubnis

Eigener Rückblick trennt Anfänge 2002, Investmentfirma 2004 und Erlaubnis 2005. Juristisches Alter und Markenursprung dürfen auseinanderliegen.

Evidenz: Anbieter-Rückblick [H-XTB]

2004 / 2006 · Technik

Dukascopy-Gesellschaft und SWFX

Gesellschaft 2004, SWFX 2006 laut Anbieter. Ein Beispiel für den Aufbau eigener FX-Technologie außerhalb des britischen Spread-Betting-Strangs.

Evidenz: Anbieter-Rückblick [H-DUK]

01.07.2005 · Technik

MT4 und Click 365

MetaQuotes kündigt MT4 offiziell für diesen Tag an; TFX datiert Click 365 ebenfalls auf den 1. Juli. Unabhängige Software- und Börsenmeilensteine.

Evidenz: Hersteller-/Börsenquelle [H-TFX][H-MT4]

2005 / August 2010 / August 2011 · Regulierung

Japan reguliert OTC-FX

Registrierung 2005; Retail-Hebelgrenze zunächst 50, dann 25. Der Markt entwickelt eine eigene nationale Schutzarchitektur.

Evidenz: Behördenrückblick [H-JAPAN]

01.11.2007 / 05.11.2007 · Regulierung

MiFID und ASX-CFDs

MiFID-Anwendung im europäischen Strang; ASX startet separat börsliche CFDs mit zunächst 16 Aktienkontrakten. Keine Verwechslung mit OTC-DMA.

Evidenz: Behörden-/zeitgenössische Börsenquelle [H-MIFID][H-ASX]

2008 · UK / CFD

Plus500: weitere Plattformgeneration

Anbieter datiert Gründung auf 2008. Ein Beispiel für neue eigenständige digitale Distribution; keine Aussage über weltweite Priorität oder Sicherheit.

Evidenz: Anbieter-Rückblick [H-PLUS]

2010 · Technik

MT5 und Social Trading

MetaQuotes veröffentlicht MT5 am 1. Juni; eToro datiert OpenBook/CopyTrader auf 2010. Multi-Asset-Software und Strategie-Marktplätze sind unterschiedliche Entwicklungsschritte.

Evidenz: Hersteller-/Anbieterquelle [H-MT5][H-ETORO]

30.08.2010 / 25.10.2010 · Regulierung

US-Retail-FX und CFD-Clearing

CFTC veröffentlicht Retail-Forex-Regeln; LCH meldet CFD-Clearing über EquityClear. Nicht derselbe Markt und kein gemeinsamer weltweiter Rechtsrahmen.

Evidenz: Behördenmitteilung / Unternehmensarchiv-Suchtext [H-US2010][H-LCH2010]

2011 · Technik

cTrader; Ausführungskonflikte

Spotware nennt 2011 als cTrader-Start. Separat dokumentiert die CFTC im FXCM-Fall problematische Slippage-Behandlung: technische Entwicklung beseitigt Kontrollfragen nicht.

Evidenz: Hersteller-Rückblick / Vergleichsverfügung [H-CTRADER][H-EXECUTION]

2013 · FX

Retail-FX wird statistisch sichtbarer

BIS erfasst erstmals zusätzliche Retail-Breakdowns. Interne Plattformgeschäfte fehlen teilweise; die Erhebung ist keine vollständige weltweite Retail-Gesamtmenge.

Evidenz: Zentralbankstatistik / Analyse [H-BIS]

30.10.2013 · UK / CFD

LCH/Cantor: OTC-CFD-Clearing

Mitteilung nennt Cantor, Commerzbank, ING und Citi. Spezifischer Clearingaufbau; nicht der erste Nachweis irgendeines CFD-Clearings, da LCH bereits 2010 meldete.

Evidenz: Unternehmensarchiv-Suchtext [H-LCH2013][H-LCH2010]

15.01.2015 · Krisen

Der Schweizer-Franken-Schock

SNB beendet den Mindestkurs von 1,20 CHF je Euro. Starker Belastungstest für Hebel, Liquidität und Gegenparteirisiken. Einzelne Insolvenzfolgen benötigen eigene Akten.

Evidenz: Zeitgenössischer Zentralbankbeschluss [H-SNB]

06.12.2016 / 06.02.2017 · Krisen

Kundenergebnisse und Vertriebsversprechen

FCA nennt 82 % Verlustkunden in ihrer Stichprobe; CFTC trifft im FXCM-Vergleich Feststellungen zu No-Dealing-Desk-Werbung und verdeckter Gegenparteiverbindung.

Evidenz: Behördenbefund / Vergleichsverfügung [H-FCA2016][H-FXCM2017]

2017 / 2019 · Regulierung

Deutschland: Produktintervention

BaFin adressiert zunächst CFDs mit Nachschusspflicht; 2019 folgt die umfassendere nationale Retail-CFD-Maßnahme. Geltungs- und Anwendungstermine im Regelwerk prüfen.

Evidenz: Behördenmaßnahme / amtlicher Suchtext [REG-BAFIN]

03.01.2018 / 01.08.2018 · Regulierung

MiFID II und ESMA-CFD-Schutz

MiFID II gilt ab Januar; die separate ESMA-CFD-Produktintervention ab August. Hebelgrenzen, Close-out, Negativsaldoschutz, Anreizbegrenzung und Warnungen verändern das Angebot.

Evidenz: Behördenquellen [H-MIFID][H-EU2018]

01.08.2019 · Regulierung

Nationale CFD-Maßnahmen

UK führt permanente CFD-Regeln ein; Deutschlands nationale Verfügung wird wirksam. Die zeitlich begrenzte ursprüngliche ESMA-Maßnahme ist nicht die heutige alleinige Rechtsgrundlage.

Evidenz: Behördenquellen [H-FCA2019][REG-BAFIN]

Juli 2020 · UK / CFD

StoneX übernimmt GAIN

Abschlussmitteilung vom 31. Juli; spätere Filings nennen den 30. Juli als Closing. Konsolidierung verbindet FX-Kundenvertrieb mit einem breiteren Brokerage-Netzwerk.

Evidenz: Zeitgenössische Unternehmensmitteilung [H-STONEX]

29.03.2021 / 2022 · Regulierung

Australien begrenzt Retail-CFDs

ASICs nationale Intervention gilt ab März 2021 und wird 2022 bis Mai 2027 verlängert. International ähnliche Schutzideen haben eigene Fristen.

Evidenz: Behördenquellen [H-ASICA][H-ASICB]

30.03.2023 / Mai 2025 · Regulierung

Copy Trading erhält stärkere Aufsichtsorientierung

ESMA-Briefing 2023 und IOSCO-Abschlussbericht 2025 behandeln Rollen, Automatisierung, Vergütung und Kundeninteressen. Kein einheitliches neues Weltlizenzgesetz.

Evidenz: Aufsichtsorientierung / Good Practices [SOCIAL-ESMA][IOSCO-SOCIAL]

24.02.2026 · Regulierung

Perpetuals: Vertragsmerkmale zählen

ESMA erinnert daran, dass bestimmte als Perpetuals bezeichnete Derivate unter CFD-Schutzmaßnahmen fallen können. Nicht alle Futures werden dadurch zu CFDs.

Evidenz: Aufsichtsstatement [REG-PERPETUAL]

Was noch nicht abschließend rekonstruiert ist

Für eine globale Vollständigkeit fehlen insbesondere systematisch ausgewertete frühe Kundenverträge, regulatorische Erstzulassungen, Registerakten, erhaltene Brokerwebsites und historische Preis-/Ausführungsbedingungen. Das gilt für die ersten Retail-CFD-Angebote ebenso wie für kleinere FX-Dealer in Asien, Nordamerika und Europa. Eine Unternehmenschronik kann diese Lücken nicht allein schließen.

Gezielte nächste Prüfpfade: Erstens zeitgenössische Unterlagen zu Smith New Court und zur Keelan/Wood-Zuschreibung; zweitens datierte GNI-touch-Kundenunterlagen vor 2000; drittens OANDAs Gründungsakten; viertens frühe britische Spread-Betting-Verträge und ihre aufsichtsrechtliche Einordnung; fünftens Einführung und späteres Ende einzelner börslicher CFD-Angebote. Hier wird bewusst kein ungesichertes Enddatum ergänzt.

Übernahmen und Markenwechsel erfordern ebenfalls eigene Chronologien. StoneX meldete im Juli 2020 den Erwerb von GAIN. Solche Konsolidierungen ändern Gruppenstrukturen, beweisen aber nicht automatisch einen Wechsel jedes Kundenvertrags. Für eine konkrete Kontohistorie sind Gesellschaft und Vertrag maßgeblich, nicht allein der Name über dem Login.

Historische Firmen werden hier namentlich genannt, um ihre dokumentierte Rolle nachvollziehbar zu machen. Vorwurf, behördliche Feststellung, Unternehmensdarstellung und unsere analytische Schlussfolgerung bleiben getrennt. Zusätzliche Unterlagen können einzelne Daten präzisieren und neue Akteure aufnehmen, ohne die bestehende Quellenlage nachträglich zu glätten.

[H-STONEX]

Quellen & Geltungsbereich

Die Aussage bleibt prüfbar.

  1. Japan Exchange Group · Integrated Report 2020

    Rückblick der Börsengruppe: Dōjima 1730 als früher organisierter Futures-Markt. Kein Beleg für modernes Retail-Margin-FX.

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  2. CME Group · Historische Entwicklung

    Börsenrückblick: CBOT 1848 und standardisierte Futures/Margins 1865; keine pauschale Welt-Erster-Zuschreibung übernommen.

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  3. Federal Reserve History · Stock Market Crash of 1929

    Historische Behörden-/Forschungsdarstellung zu Privatpersonen, Kreditfinanzierung und Margin Accounts.

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  4. Federal Reserve · Background and Summary of Regulation T

    Inkrafttreten 01.10.1934; Wertpapierkredit und heutiger Derivat-Marginbegriff nicht gleichsetzen.

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  5. Federal Reserve History · Bretton Woods

    Historischer Systemwechsel: Goldfenster 1971, Floating 1973. Keine Behauptung, dass FX vorher nicht existierte.

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  6. CME Group · The Genesis of Currency Futures

    Börsenrückblick zur Rolle von Leo Melamed/Milton Friedman und dem Start von Währungsfutures 1972.

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  7. IG · Historische Angaben im Periodic Table

    Anbieter-Selbstgeschichte: Stuart Wheeler, 1974, Goldpreis-Index; Online-Spread-Betting 1998. Welt-Erster-Werbung nicht als unabhängiger Vorrangbeweis übernommen.

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  8. City Index · Historische Anbieterangaben

    Anbieter-Infrastruktur im offiziellen Suchindex: 1983, Chris Hales und Jonathan Sparke. Normaler Hauptseitenabruf gesperrt; zeitgenössische Gründungsakten fehlen.

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  9. HMRC · BIM22020: Spread betting

    Steuerliche Behandlung hängt von Vertrag und wirtschaftlicher Substanz ab. Keine globale oder persönliche Steuerfreistellung zugesagt.

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  10. HMRC · CG56100: Contracts for differences

    CFD-Erträge ohne Aktienkauf; Abgrenzung von Spread Bets und Steuerregime. Stamp-duty-Effekt nicht mit genereller Steuerfreiheit verwechseln.

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  11. CFD-Verband / Steinbeis · Untersuchung 2011–2013

    Verbandsbezogene Sekundärstudie nennt Keelan/Wood und Smith New Court. Nur Nachweis der späteren Zuschreibung; keine zeitgenössische Primärbestätigung. Detailprüfung bleibt offen.

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  12. OST / GNI · Zeitgenössische Mitteilung, 31.10.2000

    Auf Mondo Visione archivierte Unternehmensmitteilung: GNI touch, FT-Auszeichnung der Vorversion 1998, CFD-Angebot und Backoffice/STP. Belegt weder exakten CFD-Erststart 1998 noch weltweiten Vorrang.

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  13. CMC Markets · Börsenprospekt 2016, History of the Group, S. 54–55

    Gedruckte Seiten 54–55 / PDF-Seiten 56–57. Prospekt-Rückblick: 1989, 1996, 2000, 2001, 2002, Web-/Mobile-Umstellung. Präziser als die aktuell fehlerhaft extrahierte Website-Zeitachse.

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  14. Saxo · Jubiläumsmitteilung vom 14.09.2017

    Anbieter-Rückblick: Gründung 1992, Kim Fournais und Lars Seier Christensen, erste eigene Onlineplattform 1998.

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  15. OANDA · Our journey

    Aktuelle Selbstgeschichte: 1996, Michael Stumm und Richard Olsen; fxTrade 2001, API 2003. Gründungsjahr widerspricht älterer eigener Pressequelle (1995).

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  16. OANDA / CVC · Übernahmemitteilung vom 01.06.2018

    Nennt 1995 als Gründungsjahr, 1996 als erstes Produkt und 2001 für fxTrade. Konflikt wird offengelegt; keine ungeprüfte Vereinheitlichung.

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  17. FXCM · Unternehmensrückblick

    Anbieter nennt 1999 als Gründungsjahr. Heutiger Status oder Vorrang werden daraus nicht abgeleitet.

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  18. GAIN Capital · S-1/A, eingereicht 28.09.2010

    Unternehmensangaben in SEC-Register: 1999, Eigenplattform und White-Label-Vertrieb. SEC-Ablage ist keine Behördenbestätigung der Werbeaussagen.

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  19. XTB · 20. Jubiläum

    Anbieter beschreibt Anfänge 2002, Investmentfirma 2004, Erlaubnis 2005. Gründungsvorläufer und juristische Gesellschaft unterscheiden.

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  20. Japan FSA · Sitzungsprotokoll vom 13.02.2018

    Japanisches Behördenprotokoll: Liberalisierung/OTC-FX 1998, Regulierung 2005, Hebelgrenzen August 2010/2011. Textuell ausgewertet; Übersetzung ist redaktionell.

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  21. Tokyo Financial Exchange · Click 365 Historical Database

    Börse nennt den Start von Click 365 am 01.07.2005. Eigenständiger börslicher FX-Strang.

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  22. BIS · Retail trading in the FX market, Dezember 2013

    S. 39-Auszug: Aggregatoren, USA/Japan und Erhebungsgrenzen. Interne Plattformgeschäfte werden nicht vollständig erfasst; historische Anteile nicht als heutige Marktgröße verwenden.

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  23. Swissquote · Unternehmensgeschichte

    Anbieter-Rückblick: Informationsportal 1996, Erwerb ACM 2010. Informationszugang und FX-Ausführung getrennte Meilensteine.

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  24. Dukascopy · Unternehmensgeschichte

    Anbieter-Rückblick: Projekt 1998, Gesellschaft 2004, SWFX 2006. Produktnamen/ECN-Selbstbeschreibung nicht als unabhängige Marktstatusprüfung verwendet.

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  25. ASIC · CFD-Intervention wirksam, 29.03.2021

    Nationale australische Produktintervention, eigener Anwendungsbereich.

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  26. ASIC · Verlängerung, 06.04.2022

    Verlängerung bis 23.05.2027; keine unbegrenzte Dauer unterstellen.

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  27. MetaQuotes · Unternehmensgeschichte

    Herstellerquelle; Selbstbeschreibung wird nicht als unabhängige Bewertung übernommen.

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  28. MetaQuotes · MT4-Ankündigung, 07.06.2005

    Zeitgenössische Herstellerankündigung: offizieller Release 01.07.2005, Renat Fatkhullin als CEO genannt.

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  29. MetaQuotes · MT5-Release, 01.06.2010

    Zeitgenössische Herstellermitteilung; Multi-Asset-Ausrichtung gesondert in Unternehmensgeschichte.

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  30. Spotware · cTrader / Best Retail Platform 2013

    Hersteller-Rückblick nennt Plattformstart 2011. Aktuelles Seitendatum ist nicht das Ereignisdatum des ursprünglichen Awards.

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  31. eToro · Unternehmensgeschichte

    Anbieter-Rückblick: 2007, OpenBook/CopyTrader 2010, Mobile 2012. US-Webseite als Chronik; kein Beleg für dortige CFD-Zulässigkeit.

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  32. ASX · Startankündigung vom 24.10.2007

    Zeitgenössische Primärquelle: Start am 05.11.2007 mit 16 Aktien-CFDs, Erweiterung angekündigt. Keine Übernahme widersprüchlicher Startsortimente.

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  33. LCH.Clearnet · Mitteilung vom 25.10.2010

    Amtlicher Unternehmensarchiv-Suchtext: Clearing von CFDs über EquityClear. Vollabruf gesperrt; begrenzte Nutzung als datierter Meilenstein.

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  34. LCH.Clearnet / Cantor · Mitteilung vom 30.10.2013

    Unternehmensarchiv-Suchtext: OTC-CFD-Clearing mit Cantor, Commerzbank, ING und Citi. Vorrangbehauptung nicht mit dem Clearing-Meilenstein 2010 gleichsetzen.

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  35. CFTC · FXCM-Verfügung, 03.10.2011, 6119-11

    Behördenfeststellungen im Vergleich zur Slippage-Behandlung. Fallbezogen, nicht auf alle Anbieter übertragen.

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  36. CFTC · FXCM-Verfügung, 06.02.2017, 7528-17

    Vergleichsverfügung mit Feststellungen zu verdeckter Market-Maker-Verbindung und No-Dealing-Desk-Werbung; historische US-Gesellschaften, keine pauschale heutige Gruppenaussage.

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  37. SNB · Medienmitteilung vom 15.01.2015

    Zeitgenössischer Beschluss zur Aufgabe des EUR/CHF-Mindestkurses; belegt keine einzelne Brokerinsolvenz.

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  38. CFTC · Retail-Forex-Regeln, 30.08.2010, 5883-10

    Zeitgenössische Behördenmitteilung: RFED/FCM-/Vermittlerrahmen, Kapital, Hebel, Risikooffenlegung.

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  39. FCA · CP16/40, 06.12.2016

    Historische Stichprobe: 82 % Verlustkunden. Kein aktueller weltweiter oder anbieterbezogener Prozentsatz.

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  40. BaFin · CFD-Allgemeinverfügung vom 23.07.2019

    Nationale Retail-CFD-Produktintervention, wirksam ab 01.08.2019. Nationale Definitionen und Detailauslegung mit der Originalverfügung prüfen.

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  41. FCA · MiFID II Application and Notification Guide

    Historische Einordnung: MiFID November 2007, MiFID II ab 03.01.2018.

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  42. ESMA · Produktintervention, 01.06.2018

    CFD-Schutzmaßnahmen ab 01.08.2018; ursprüngliche EU-Maßnahme befristet, später nationale Maßnahmen.

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  43. FCA · Permanente CFD-Regeln, 01.07.2019

    Anwendung CFD-Regeln 01.08.2019; CFD-like options später. Nicht identische Termine unterstellen.

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  44. ESMA · ESMA35-42-1428, 30.03.2023

    Aufsichtsbriefing: Einzelfallqualifikation, Information, Produktgovernance, Geeignetheit, Vergütung und Qualifikation. Kein eigenständiges Copy-Trading-Gesetz.

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  45. IOSCO · FR/06/2025, Mai 2025

    Bereitgestellte Publikation textuell ausgewertet: Online Imitative Trading Practices: Copy Trading, Mirror Trading, Social Trading, 55 PDF-Seiten. Kapitel 2–6; fünf Good Practices, keine unmittelbar geltende nationale Lizenznorm.

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  46. ESMA · Perpetuals und CFD-Schutz, 24.02.2026

    ESMA35-243228190-8024, 3 Seiten vollständig gesichtet: Produktmerkmale, nationale Produktintervention, Zielmarkt, Angemessenheit, Interessenkonflikte und PRIIPs.

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  47. Plus500 · Unternehmensangaben

    Anbieterquelle zum Gründungsjahr 2008. Nur historische Einordnung, keine Empfehlung oder Übernahme aktueller Rankings.

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  48. StoneX · Abschlussmitteilung vom 31.07.2020

    Meldung des Erwerbs von GAIN. Meldedatum und in späteren Filings genannter Closing-Tag 30.07.2020 unterscheiden.

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