Handel verstehen · Kontolabor
Hebel, Margin & Stop-out verstehen
Was eine große Position mit einem kleinen Konto macht: Kontowert, Sicherheitsleistung und Eingriffsschwellen gemeinsam verstehen.
In diesem Artikel
Margin ist gebundenes Kapital – die Position bewegt das ErgebnisDie sechs KontobegriffeGleiche Position oder gleiche Margin: zwei verschiedene VergleicheMargin Call, Stop-out und Stop LossDas interaktive KontomodellDas Startbeispiel Schritt für Schritt50 % sind kein universeller PlattformstandardWarum echte Konten anders reagieren könnenDie Rechnung bleibt offenVor dem ersten Live-Auftrag prüfenQuellenMargin ist gebundenes Kapital – die Position bewegt das Ergebnis
Eine Sicherheitsleistung von 1.000 USD bedeutet nicht, dass nur 1.000 USD dem Markt ausgesetzt sind. In unserem Lehrmodell ermöglicht ein Marginhebel von 30 eine Position mit 30.000 USD Nominalwert. Eine nachteilige Preisänderung von 1 % entspricht ungefähr 300 USD vor Kosten: 1 % der Position, aber 30 % der gebundenen Margin. Der Anteil am gesamten Konto hängt vom Kontowert ab.
Der angebotene Hebel ist eine Bedingung der Marginberechnung. Der tatsächlich genutzte Hebel ist eine andere Größe: Positionswert geteilt durch Kontowert. Ein Konto mit 10.000 USD und 30.000 USD Exposure nutzt näherungsweise Hebel 3, auch wenn die Eröffnung mit Hebel 30 marginiert wird.
Die sechs Kontobegriffe
| Begriff | Lehrmodell | Bedeutung |
|---|---|---|
| Balance / Kontostand | Startkapital minus bereits gebuchte Kosten | Offene Marktverluste sind noch nicht realisiert |
| Offener Gewinn / Verlust | Bewertung der noch offenen Position | Ändert sich mit dem Kurs; Spread nicht nochmals abziehen |
| Equity | Balance + offener Gewinn / Verlust | Aktueller Kontowert im vereinfachten Konto |
| Margin | Nominalwert beim Einstieg / Marginhebel | Für die Position reservierter Betrag |
| Freie Margin | Equity − Margin | Verfügbarer Puffer im Modell |
| Margin Level | Equity / Margin × 100 | Verhältnis des Kontowerts zur gebundenen Margin |
MetaTrader dokumentiert diese Kontogrößen und zusätzlich mögliche Kredite, blockierte Beträge und Kommissionsbehandlung. Diese Zusatzkomponenten fehlen im Lehrkonto; reale Anzeigen können deshalb abweichen.
[MARGIN-ACCOUNT]Gleiche Position oder gleiche Margin: zwei verschiedene Vergleiche
Eigenes Beispiel: 110.000 USD Nominalwert benötigen bei Hebel 30 rund 3.666,67 USD Modellmargin; bei Hebel 100 sind es 1.100 USD. Die identische Position verliert bei einer nachteiligen Bewegung von 0,5 % in beiden Fällen 550 USD vor Kosten. Der höhere Hebel senkt die Sicherheitsanforderung, nicht den Geldwert jeder Kursbewegung.
Anderer Vergleich: Wer immer 1.100 USD Margin einsetzt, kann im selben Modell bei Hebel 30 nur 33.000 USD, bei Hebel 100 aber 110.000 USD bewegen. Dann steigen Kursrisiko und positionsabhängige Kosten. Das ist eine Größenänderung, keine günstigere Ausführung. Positionsgröße und Gebühren vergleichen →
Margin Call, Stop-out und Stop Loss
Ein Margin Call bezeichnet hier den konfigurierten Warnbereich des Kontos. Daraus folgt weder eine garantierte telefonische Warnung noch eine verlässliche Frist zum Nachzahlen. Kontobedingungen und Benachrichtigungswege sind beim Anbieter zu prüfen.
Stop-out bezeichnet eine Eingriffsschwelle für zwangsweise Positionsschließungen. Der Brokervertrag bestimmt technische Umsetzung und Reihenfolge; bei mehreren Positionen kann eine Schließung Margin freisetzen und weitere Schließungen verändern. Unser Konto besitzt genau eine Position und berechnet nur die Schwellenlage.
Ein Stop Loss ist dagegen ein Auftrag für eine Position. Er ist weder der Margin Call noch die Stop-out-Regel des Kontos. Ein gewöhnlicher Stop garantiert keinen bestimmten Ausführungskurs. Positionen und Stops verwalten →
Das interaktive Kontomodell
Kontolabor · Fiktives USD-Konto
Was geschieht, wenn der Kurs kippt?
Jede Änderung berechnet eine neue Momentaufnahme derselben hypothetischen Position. Es wird kein Auftrag gesendet. Die Beispiele setzen konstante Margin und symmetrische Quotes voraus.
Nach einer vollständigen Schließung
Das Startbeispiel Schritt für Schritt
Unsere eigenen Annahmen: 5.000 USD Startkontostand, 1 Lot mit 100.000 Einheiten, Mittelpreis 1,1000, Umrechnung 1, Hebel 30, Spread 1 Pip, Einstiegskommission 3,50 USD. Ein Pip ist hier 0,0001 und hat einen Geldwert von 10 USD.
Direkt nach dem Einstieg: Balance 4.996,50 USD; offener Bewertungsverlust durch den Spread 10 USD; Equity 4.986,50 USD; Margin 3.666,67 USD; freie Margin 1.319,83 USD; Margin Level rund 136 %. Der Spread ist in der offenen Bewertung enthalten, die Kommission bereits gebucht.
Nach 200 nachteiligen Pips: offener Verlust 2.010 USD, Equity 2.986,50 USD, Margin Level rund 81,45 %. Die beispielhafte Warnschwelle von 100 % ist unterschritten, die Stop-out-Schwelle von 50 % noch nicht. Freie Margin kann also negativ sein, während das Modell noch oberhalb des Stop-outs liegt.
Die rechnerische 50-%-Grenze liegt bei ungefähr −315,32 Pips. Eine Kurslücke auf −550 Pips überspringt sie und ergibt −513,50 USD Equity vor zusätzlicher Ausstiegskommission. Die spätere Kursmomentaufnahme beweist nicht, dass ein echter Broker die Position bis dahin offen gehalten hätte.
50 % sind kein universeller Plattformstandard
Die ESMA beschrieb 2018 für ihre Retail-CFD-Intervention Hebelgrenzen nach Basiswert, eine kontobezogene Schließungsregel bei 50 % der mindestens erforderlichen Margin sowie kontobezogenen Negativsaldoschutz. Eine oder mehrere offene CFDs können geschlossen werden. Das ist eine bestimmte regulatorische Architektur, keine allgemeine Eigenschaft jeder MetaTrader-Installation.
[MARGIN-ESMA]Die historische Entscheidung war befristet. Für eine heutige verbindliche Einordnung sind nationale Regel, vertragliche Gesellschaft, Kundenstatus und Produkt zu prüfen. Dieser Artikel setzt die damalige ESMA-Struktur nicht als weltweit oder aktuell ausnahmslos geltendes Recht voraus. Die Rechnerwerte 100 % / 50 % sind editierbare Lehrannahmen.
Negativsaldoschutz ist von rechtzeitigem Schließen zu unterscheiden. Er garantiert weder den Erhalt des eingezahlten Geldes noch eine Ausführung exakt an der Schwelle. Die rechnerische Gap-Belastung wird im Modell nicht auf null gedeckelt: Eine gegebenenfalls erforderliche rechtliche Kontokorrektur ist ein gesonderter Vorgang. Regulierung und Verbraucherschutz →
Warum echte Konten anders reagieren können
MetaTrader dokumentiert unterschiedliche Marginmethoden nach Instrument und Kontotyp, Umrechnung und besondere Behandlung gegenläufiger Positionen. Eine Formel „Positionswert / Hebel“ ist deshalb nicht für jedes Symbol ein vollständiger Plattformalgorithmus.
[MARGIN-METHOD]Unser Modell hält die Margin am Einstiegswert fest; Preisbewegung und konstanter Spread verändern nur die offene Bewertung. Tatsächliche Margin kann sich durch Umrechnung, geänderte Anforderungen, Instrumentlogik oder weitere Positionen verändern. Keine Staffelmargin, Portfolioverrechnung, Optionsrisiken, Börsen-Variation-Margin oder automatischen Teilglattstellungen werden berechnet.
Alle Kommissionen werden als Gesamtbeträge für die eingetragene Position eingegeben. Finanzierung ist ein bereits gebuchter Nettobetrag; positive Werte belasten, negative Werte schreiben gut. Eine Änderung der Lots passt diese Geldinputs nicht automatisch an. Das Spreadmodell ist symmetrisch und bei Ein- und Ausstieg konstant. Kurswährung und USD-Umrechnung bleiben fix.
Die Rechnung bleibt offen
Menge = Lots × Kontrakteinheiten. Geldwert je Preisschritt = Menge × Preisschritt × Umrechnung. Nominalwert = Menge × Einstiegs-Mittelpreis × Umrechnung. Margin = Nominalwert / Hebel.
Balance = Startkontostand − Einstiegskommission − gebuchte Finanzierung. Offenes Ergebnis = Richtung × Kursbewegung × Geldwert je Schritt − voller Spread × Geldwert je Schritt. Richtung: Long +1, Short −1. Equity = Balance + offenes Ergebnis.
Schwellenbewegung = (Schwellenprozent / 100 × Margin − Balance + Spreadbelastung) / (Richtung × Geldwert je Schritt). Ohne Position entfällt die Schwelle. Bei kleinen Long-Positionen kann die algebraische Schwelle einen nicht positiven Preis voraussetzen; dieser liegt außerhalb unseres Modells mit positiven Preisen und ist keine ausführbare Kursprognose. Nach vollständiger Schließung: neuer Kontostand = Equity − Ausstiegskommission; Margin null. Spread nicht nochmals abziehen.
Der Rechner bewertet den eingegebenen Punkt ohne Kurshistorie. Er hat keinen Liquidationszustand und öffnet nach einem Gap keine Position neu: Jede Eingabe ist ein unabhängiges Was-wäre-wenn-Szenario.
Vor dem ersten Live-Auftrag prüfen
Welche Gesellschaft führt das Konto? Welcher Kundenstatus und welche Schutzregeln gelten? Wie wird für dieses Symbol Margin berechnet? Sind Stop-out-Werte in Prozent oder als Geldbetrag definiert? Was zählt zur Equity, welche Position wird zuerst geschlossen und kann die Margin kurzfristig steigen?
Spezifikation, Preisverzeichnis, Kontobedingungen und eigene Reports zusammen lesen. Ein Demo-Konto hilft beim Verständnis der Oberfläche; es belegt keine identischen Live-Ausführungen. Kontraktspezifikationen → · Abrechnung prüfen → · Gebührenlabor →
Quellen & Geltungsbereich
Die Aussage bleibt prüfbar.
- MetaTrader 5 · Kontokennzahlen
Herstellerdokumentation zu Equity, Margin und Margin Level; Brokerbedingungen und zusätzliche Kontokomponenten beachten. Abgerufen 30.09.2026.
Quelle öffnen ↗ - MetaTrader 5 · Marginberechnung
Symbol- und Kontomethoden unterscheiden sich. Unsere konstante Nominalwert-Margin ist ein eigenes Lehrmodell.
Quelle öffnen ↗ - ESMA · Produktintervention, 01.06.2018
Historische amtliche Quelle: Retail-CFD-Schutzarchitektur. Kein Nachweis aktuell identischer Regeln für jeden Staat, Broker oder Kundenstatus.
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Wer darf das Angebot tatsächlich erbringen?
Erlaubnis, Anbieterrolle, Marktzugang und Schutzvorgaben für EU, UK, Schweiz und USA zusammen prüfen.
Regulatorische Voraussetzungen · Teil I →