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Wissen · Kontrakt- und Rollover-Labor

Futures verstehen: Symbole, Terminstruktur & Rollover

Kontraktkennungen entschlüsseln, Tickwerte verstehen und Laufzeitwechsel nachvollziehen – ohne Preisabstand und Gebühr zu verwechseln.

30.09.2026Deutsch · Quellenbasierter Wiki-KernUnabhängig von MetaQuotes
In diesem ArtikelEin Future ist ein bestimmter Vertrag, kein bloßer MarktnameProduktwurzel, Monatsbuchstabe und Jahr lesenInteraktive KontraktkarteTick, Punkt, Multiplikator und ExposureVerfall, letzter Handelstag und LieferungContango und Backwardation: Preise verschiedener ZeitpunkteRollover: schließen und neu eröffnenInteraktives Rollover-LaborWarum ein kontinuierlicher Chart täuschen kannFutures-CFD und laufender Rohstoff-CFD unterscheidenQuellen
Quellenstand 30.09.2026 · Beispiele in USD; keine Live-Marktdaten. Symbol, Preisstruktur und Geldfluss werden getrennt erklärt.

Ein Future ist ein bestimmter Vertrag, kein bloßer Marktname

„Öl“, „S&P 500“ oder „Gold“ bezeichnet noch keinen vollständig bestimmten Futureskontrakt. Benötigt werden Produkt, Börse, Laufzeit, Mengeneinheit, Währung und Abrechnungsregeln. Zwei Laufzeiten desselben Produkts sind unterschiedliche Verträge mit eigenen Preisen und eigener Liquidität.

Das Symbol ist eine kompakte Kennung, nicht die vollständige Vertragsbeschreibung. Brokeroberflächen können andere Schreibweisen verwenden als Börsenfeeds. Auch eine ähnliche Kennung in MetaTrader kann einen CFD statt eines börslichen Futures bezeichnen. Entscheidend sind Symbolbedingungen und Vertrag. Symbolbedingungen prüfen →

Produktwurzel, Monatsbuchstabe und Jahr lesen

In einer gebräuchlichen Schreibweise verbindet die Kennung Produktwurzel, Monatscode und Jahresangabe. Beispiel ESH27: ES, H für März, Jahr 2027. CLZ27 bezeichnet in derselben Lernschreibweise CL und Dezember 2027. Ein Monatscode nennt nicht automatisch das Datum, bis zu dem gehandelt werden darf; dieses kann vor dem namensgebenden Monat liegen.

Die CME-Monatscodes lauten: Januar F, Februar G, März H, April J, Mai K, Juni M, Juli N, August Q, September U, Oktober V, November X, Dezember Z. Ein einstelliger Jahrescode braucht Kontext zur Dekade. Präfixe, Trennzeichen und kontinuierliche Chartsymbole sind providerspezifisch.

[FUT-MONTHS]

Interaktive Kontraktkarte

Eine Kontraktkennung entschlüsseln

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Keine Live-Kontraktsuche. Für ES werden Quartalsmonate angeboten, für CL Monatscodes. Die vollständige Beispieljahreszahl wird absichtlich mit angezeigt; Provider können einstellige Jahrescodes oder zusätzliche Präfixe/Suffixe verwenden.

[FUT-ES][FUT-CL]

Tick, Punkt, Multiplikator und Exposure

Der Tick ist die kleinste reguläre Preisänderung nach den jeweiligen Kontraktregeln. Der Multiplikator übersetzt eine volle Preiseinheit in Geld. Für ES gelten im Standard-Outright 50 USD je Indexpunkt und 0,25 Punkte je Tick, also 12,50 USD pro Tick und Kontrakt. Für CL stehen 1.000 Barrel und 0,01 USD je Barrel je Tick für 10 USD je Kontrakt.

Zehn Ticks sind deshalb weder bei jedem Produkt zehn Euro noch zehn Indexpunkte. Mehrere Kontrakte vervielfachen den Geldbetrag. Spreads beziehungsweise besondere Transaktionsarten können andere Tickregeln haben. Die Beispiele verwenden den Standard-Outright; reale Spezifikationen bleiben maßgeblich.

Exposure und Margin sind ebenfalls verschiedene Größen. Der notionale Wert eines ES-Kontrakts entspricht Indexstand × 50 USD; die erforderliche Sicherheitsleistung ist nicht dieser gesamte Wert und kann sich ändern. Gewinn und Verlust folgen dagegen der Preisänderung × Multiplikator × Kontraktanzahl. Long und Short →

[FUT-ES][FUT-CL]

Verfall, letzter Handelstag und Lieferung

Ein Future hat begrenzte Laufzeit. Vor dem Ende kann eine Position durch das passende Gegengeschäft geschlossen oder in eine spätere Laufzeit gerollt werden. Bleibt sie bestehen, greifen die Kontraktregeln für Barausgleich oder physische Lieferung. Ein allgemeiner „dritter Freitag“ ist keine verlässliche Regel für alle Produkte.

Bei lieferbaren Produkten sind auch Notice-/Andienungstermine und brokerseitige Fristen wichtig. Ein Retailbroker kann Schließung früher verlangen als der Börsenkalender vermuten lässt. Den letzten Handelstag, Abrechnungsreferenz und eigene Brokerfrist separat prüfen. Ein kurzer Symbolname enthält diese Informationen nicht vollständig.

[FUT-ROLL]

Contango und Backwardation: Preise verschiedener Zeitpunkte

Eine Terminstruktur zeigt heute die Preise verschiedener Fälligkeiten. Contango wird für Futurespreise oberhalb des Kassapreises beziehungsweise eine ansteigende Laufzeitstruktur verwendet, Backwardation für die umgekehrte Konstellation. Wichtig ist, welche konkreten Preise verglichen werden. Unser Labor zeigt nur zwei Futureslaufzeiten und bezeichnet deren Steigung entsprechend vorsichtig.

Finanzierung, Lagerung, Versicherung und der Nutzen sofort verfügbaren physischen Bestands können die Struktur beeinflussen. Bei Aktienindexfutures spielen unter anderem Finanzierung und erwartete Ausschüttungen eine Rolle. Die Kurve ist keine reine Liste zukünftiger erwarteter Kassapreise. Auch gemischte Formen mit einzelnen Knicken sind möglich.

Konvergenz bedeutet im passenden Markt-/Abrechnungskontext eine Annäherung an den maßgeblichen Kassapreis beziehungsweise Abrechnungswert zum Laufzeitende. Daraus folgt nicht, dass der heutige Kassapreis unverändert bleiben muss. Eine höhere spätere Notierung ist kein gesichertes Kursziel.

[FUT-CURVE]

Rollover: schließen und neu eröffnen

Für eine Longposition wird beim Rollen der alte Kontrakt verkauft und ein späterer gekauft; bei Short umgekehrt. Das kann über einzelne Aufträge oder einen passenden Kalender-Spread-Auftrag erfolgen. Liquidität, Ausführungsbedingungen und Preisabstand der beiden Laufzeiten sind separat zu betrachten.

Fiktives Beispiel: Alter Kontrakt 80, neuer 84, Multiplikator 1.000. Die Differenz von 4 entspricht 4.000 USD mehr notionalem Preisniveau je Kontrakt. Sie ist nicht automatisch eine sofortige Abbuchung von 4.000 USD als Gebühr. Der Gewinn oder Verlust des alten Kontrakts hängt von dessen Einstieg ab, der neue beginnt mit seiner eigenen Einstiegsausführung.

Fällt der neu bei 84 eröffnete Long später auf 80, entstehen dort −4.000 USD. Steigt er stattdessen auf 88, entstehen +4.000 USD. Damit wird die wirtschaftliche Bedeutung der Struktur sichtbar, ohne den späteren Kursweg als sicher anzunehmen. Transaktionskosten kommen gesondert hinzu.

Interaktives Rollover-Labor

Zwei Laufzeiten und ein anschließender Kursweg

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Terminstruktur

Fiktive positive Preise, gleiche Kontraktanzahl und gleicher Multiplikator in beiden Laufzeiten. Zwei Roll-Legs: alten Kontrakt schließen, neuen eröffnen. Nur diese beiden Legs verursachen die eingegebenen Kosten; ursprünglicher Einstieg und spätere Schließung sind gebührenfrei gesetzt. Keine Margin-/Variation-Margin-Simulation, Slippage, Lieferung, Steuer oder FX-Umrechnung. Zwei Punkte bilden keine vollständige Terminstruktur ab. Negative Futurespreise sind möglich, werden in diesem positiven Lernmodell nicht berechnet.

Warum ein kontinuierlicher Chart täuschen kann

Ein kontinuierlicher Futureschart verbindet Daten verschiedener Laufzeiten nach einer Anbieterregel. Beim Wechsel von 80 zu 84 kann ein unbereinigter Chart einen Sprung zeigen, obwohl zwei unterschiedliche Verträge verglichen werden. Ein bereinigter Chart kann historische Werte verschieben oder skalieren, um den Übergang zu glätten.

Diese Historie ist dann keine Folge damals exakt so handelbarer Preise eines einzigen Kontrakts. Für Backtests müssen Rollzeitpunkt, Anpassungsmethode, reale Kontraktausführungen und Kosten bekannt sein. Ein geglätteter Chart allein berechnet keinen verlässlichen Handelserfolg. Historische Werte und aktuelle Quotierung erfüllen unterschiedliche Aufgaben.

Futures-CFD und laufender Rohstoff-CFD unterscheiden

Ein CFD kann eine bestimmte Futureslaufzeit referenzieren oder laufend aus mehreren Laufzeiten abgeleitet werden. Beim Referenzwechsel können Anbieter Anpassungen buchen oder Preise nach einer Interpolationsregel fortschreiben. Eine Buchung kann einen rein technischen Preisübergang ausgleichen; sie muss deshalb von echter Gebühr und wirtschaftlichem Positionsverlust getrennt werden.

Als konkretes Anbieterbeispiel erläutert IG UK eine Rohstoffpreisableitung entlang zweier Futureslaufzeiten sowie eine Basisanpassung und separate Verwaltungsgebühr. Diese Quelle belegt einen Mechanismus dieses Angebots, keine universelle Rolloverformel sämtlicher CFD-Broker. Auch Dividenden-/Finanzierungsregeln sind produktspezifisch.

Die richtige Prüffrage lautet: Welcher Kontrakt oder welche Kombination liefert die Referenz, wann wird gewechselt und was wird gebucht? Wie CFD-Kurse entstehen → · Kostenkomponenten →

[PRICE-BASIS]

Quellen & Geltungsbereich

Die Aussage bleibt prüfbar.

  1. CME · Contract Month Codes

    Offizielle Monatscode-Tabelle; keine Garantie einer konkreten Listung oder eines letzten Handelstags.

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  2. CME · E-mini S&P 500 Contract Specifications

    ES, Multiplikator und Tick. Dynamische Spezifikation; vor realer Verwendung aktuelle Börsen-/Brokerdaten prüfen.

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  3. CME · WTI Product Overview

    CL: 1.000 Barrel, 0,01 USD je Barrel Tick, 10 USD Tickwert. Keine Übernahme beworbener Liquiditäts-/Volumenrankings.

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  4. CME · Futures Expiration & Contract Roll

    Schließen, Rollen oder Abrechnung; Verfallsregeln sind produktspezifisch.

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  5. CME · Contango and Backwardation

    Terminstruktur, Cost of Carry, Convenience Yield und Konvergenz. Aussagen zum Modell/Produktkontext einordnen.

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  6. IG UK · Spot Commodity Pricing and Funding

    Anbieterbeispiel: laufzeitbezogene Basisanpassung und separate Gebühr. Aktuelle Preis-/Gebührensätze nicht auf andere Produkte übertragen.

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