Kosten · Interaktiver Rechner
Handelsgebühren: Spread, Markup, Margin & Positionsgröße
Die ganze Position bezahlt den Spread. Wie Handelskosten entstehen, wann ein Tarif günstiger ist und welche Belastungen hinter kleinen Zahlen verschwinden.
In diesem Artikel
Die erste Frage: Worauf wird der Preis berechnet?Gebühren und Ausführungseffekte auseinanderhaltenMarktspread, Markup und der sichtbare KundenkursFixe und dynamische SpreadsDen Spread beim Roundtrip richtig zählenMargin ist Sicherheitsleistung, keine GebührenbasisPositionsgröße, Margin und Kosten selbst untersuchenWas der Rechner genau berechnetIst ein Spread-Modell wirklich günstiger?Was Haltedauer und Finanzierung verändernWas in der Werbung und im Kontovergleich leicht untergehtEine belastbare Kostenfrage an den AnbieterQuellenDie erste Frage: Worauf wird der Preis berechnet?
Bei gehebeltem Handel liegen drei Größen auseinander: der Kontowert, die gebundene Margin und die vollständige Position. Eine niedrige Margin kann den Einstieg in eine größere Position ermöglichen. Sie reduziert aber nicht den Spreadbetrag für diese Position. Entscheidend ist die gehandelte Menge und deren Geldwert pro Preisbewegung.
„Ohne Kommission“ beschreibt eine Abrechnungsform. Es bedeutet nicht automatisch „ohne Handelskosten“. Der Spread kann Vergütung enthalten; hinzu können Finanzierung und andere vertragliche Entgelte treten. Ein Anbieter beschreibt beispielsweise ein Spread-Modell mit darin enthaltener Vergütung und erwähnt an anderer Stelle zusätzliche Finanzierung und Kontokosten. Solche Aussagen müssen zusammen gelesen werden.
[FEE-PRICING]Gebühren und Ausführungseffekte auseinanderhalten
| Komponente | Bezugsgröße / Auslöser | Was leicht übersehen wird |
|---|---|---|
| Spread | Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs × Positionsgröße | Ist im Handelspreis enthalten; erscheint nicht zwingend als eigene Gebührenbuchung |
| Kommission | Je Lot, Einheit, Auftrag oder prozentualer Handelswert | „Pro Seite“ und „Roundtrip“ unterscheiden; Mindestgebühr prüfen |
| Overnight-Finanzierung / Swap | Haltedauer und vertragliche Berechnungsbasis | Long und Short können unterschiedlich belastet oder gutgeschrieben werden |
| Umrechnung | Konvertierter Betrag und Wechselkursaufschlag | Handels-, Gewinn- und Kontowährung können voneinander abweichen |
| Zusatzdienste | Daten, Plattform, VPS oder Signalabonnement | Fixkosten treffen auch geringe Handelsaktivität |
| Sonstige Vertragsentgelte | Z.B. Inaktivität, Zahlungsvorgang oder Garantieleistung | Nicht jede Gebühr fällt bei jedem Anbieter oder Produkt an |
| Slippage | Abweichung des tatsächlichen vom benannten Referenzpreis | Keine automatisch an den Broker gezahlte Gebühr; kann günstig oder nachteilig sein |
Die Zusatzkategorien sind anhand eines Anbieter-Preisverzeichnisses belegt, gelten aber nicht für jeden Broker. Der konkrete Vertrag entscheidet, ob und wann sie anfallen.
[FEE-OTHER]Für Vergleiche verwenden wir deshalb „Kostenbilanz“: Sie umfasst gezahlte Entgelte und separat ausgewiesene Ausführungseffekte. Steuern sind eine andere Betrachtung und im Rechner nicht enthalten.
Marktspread, Markup und der sichtbare Kundenkurs
Bid ist der angebotene Verkaufskurs, Ask der angebotene Kaufkurs; der Kunden-Spread ist Ask minus Bid. Als analytisches Modell kann man einen Referenzspread und einen zusätzlichen Aufschlag, den Markup, auseinanderhalten. Der Aufschlag kann in den Kaufkurs, den Verkaufskurs oder beide Seiten eingehen.
Ein Referenzspread ist nur mit definierter Quelle, Zeit, Volumen und vergleichbarem Instrument sinnvoll. Bei OTC-Forex existiert kein einzelner universell verbindlicher Marktspread; ein CFD auf einen Index ist zudem nicht automatisch dasselbe Instrument wie der Index-Future. Preisaufbereitung, Volumen und Ausführungsbedingungen können Unterschiede erklären. Unsere Zerlegung ist daher eine Untersuchungsmethode, kein behaupteter Einblick in jede Brokerkalkulation.
Fiktives Beispiel: Referenz-Bid 1,10000 und Referenz-Ask 1,10003 ergeben 0,3 Pip. Ein symmetrisch verteilter Gesamt-Markup von 0,7 Pip verschiebt die Kundenkurse auf 1,099965 / 1,100065; der Kunden-Spread beträgt 1,0 Pip. Das Beispiel verwendet feinere Preisstellen als manche realen Angebote und dient nur zur Erklärung.
Ein sichtbarer Spread von 1 Pip beweist weder, dass 0,7 Pip Brokervergütung sind, noch dass der Broker extern zu 0,3 Pip absichert. Dazu wären zeitgleiche Referenzdaten und dokumentierte Konditionen erforderlich. Brokerrolle und Absicherung →
Fixe und dynamische Spreads
| Modell | Bedeutung | Was geprüft werden muss |
|---|---|---|
| Fix / fest beworben | Bestimmte Spanne nach vertraglicher Zusage | Zeiten, Ausnahmen, Symbol, Größenklassen und Ausführungsbedingungen |
| Dynamisch / variabel | Spanne kann sich mit den angebotenen Kursen ändern | Tatsächliche Verteilung über Zeit, volatile Phasen und eigene Ordergrößen |
| „Ab 0,0“ / Mindestspread | Beworbener Ausgangs- oder Minimalwert | Ist er für Ihre Handelszeiten typisch? Welche Kommission kommt hinzu? |
Ein Anbieter benennt Marktöffnungen/-schließungen und besondere Ereignisse als Situationen für breitere Spreads. Das ist eine konkrete Anbieterbeschreibung, keine Rechtfertigung für beliebige Abweichungen.
[FEE-DYNAMIC]Unsere Vergleichsmethode: dieselben Instrumente, Zeitfenster und Größen betrachten; Median, besonders breite Phasen und ausgeführte Trades statt nur den niedrigsten Werbewert untersuchen. Ein fixer Spread garantiert noch keine garantierte Ausführung zum angezeigten Preis. Ein variabler Spread ist nicht automatisch billiger.
Den Spread beim Roundtrip richtig zählen
Eigenes Rechenmodell bei symmetrischen Quotes: Kauf zum Ask = Mittelpreis + halber Einstiegsspread. Spätere Schließung zum Bid = neuer Mittelpreis − halber Ausstiegsspread. Damit ist die Spreadbelastung gegenüber der Mittelpreisbewegung die Summe der beiden halben Spreads.
Bei gleichem Spread beim Öffnen und Schließen ergibt das einen vollen Spread. Im üblichen Sofortverkauf ohne Kursbewegung beträgt der Unterschied ebenfalls Ask minus Bid. Zwei volle Spreads pro Roundtrip wären in diesem Modell doppelt gezählt. Unterschiedliche Ein- und Ausstiegsspreads werden mit ihrem Mittel berücksichtigt.
Das ist eine Preisvergleichsrechnung, keine zusätzliche Rechnung des Brokers. Bei einer Gewinn-/Verlustberechnung aus tatsächlichen Ask-/Bid-Ausführungspreisen ist der Spread bereits enthalten. Er darf dort nicht nochmals abgezogen werden. Anders ist die separate Kommission: Wenn sie je Seite erhoben wird, ist sie für beide Seiten zu berücksichtigen.
Margin ist Sicherheitsleistung, keine Gebührenbasis
Vereinfachtes eigenes Beispiel: Nominalwert 30.000 EUR, Hebel 30 und Spreadbelastung 6 EUR. Die Modellmargin beträgt 1.000 EUR; der Spread entspricht 0,6 % davon. Wird derselbe Nominalwert mit Hebel 10 gehalten, steigt die Modellmargin auf 3.000 EUR – der Spread bleibt 6 EUR.
Bei gleichbleibender Position verändert der Hebel somit die Kapitalbindung, nicht automatisch den absoluten Spread. Anders beim festen Marginbudget: 1.000 EUR erlauben im vereinfachten Modell bei Hebel 10 einen Nominalwert von 10.000 EUR, bei Hebel 30 dagegen 30.000 EUR. Wenn der Nutzer die größere Position tatsächlich handelt, werden mengenabhängige Kosten dreimal so groß.
MetaTrader dokumentiert unterschiedliche Marginverfahren, zusätzliche Faktoren und Währungsumrechnung. „Nominalwert / Hebel“ ist deshalb nur unser vereinfachtes Modell für eine einzelne lineare Position; es bildet keine vollständige Broker- oder Portfoliomargin nach.
[FEE-MARGIN]Auch Spread in Prozent der Margin ist keine Renditekennzahl. Für die Belastung des Kontos zusätzlich die Kosten relativ zur Equity ansehen. Die gesamte Equity ist wiederum nicht gleich der verfügbaren Free Margin.
Positionsgröße, Margin und Kosten selbst untersuchen
Kostenlabor · Eigene Annahmen
Wie groß ist die Position – und was kostet sie?
Die Beispiele sind fiktiv. Es werden keine Brokerpreise geladen. Alle Geldbeträge sind in der gewählten Kontowährung.
Balken: positive Belastungen. Alle Komponenten einschließlich Gutschriften stehen in der Tabelle.
| Komponente | Betrag |
|---|
Verlustziel basiert auf einer Bewegung des Mittelpreises, nicht auf einer bereits in einem echten Ask-/Bid-Einstieg enthaltenen Stopdistanz. Bei einer Stopdistanz ab dem tatsächlichen Ausführungspreis keinen Spread nochmals pauschal addieren. Keine Ausführungs- oder Verlustbegrenzungsgarantie; Gaps und abweichende Abrechnung können den Verlust verändern.
Was der Rechner genau berechnet
Geltungsbereich: positive Preise, lineares Instrument, konstant angenommene Kontraktgröße und Umrechnung. Kein Optionspreismodell, keine inverse Kontraktabrechnung und kein dynamischer Marginalgorithmus. „Preisschritt“ ist die von Ihnen angegebene Einheit; ein Pip und ein MT4/MT5-Punkt sind nicht immer dasselbe.
Rechenfolge: Lots × Kontrakteinheiten = Menge. Menge × Referenzpreis × Umrechnungsfaktor = Nominalwert in Kontowährung. Menge × Größe des Preisschritts × Faktor = Geldwert eines Preisschritts. Spreadkosten = Schrittwert × (Einstiegsspread + Ausstiegsspread) / 2.
Kommission je Seite = größerer Wert aus volumenbezogenem Entgelt und Mindestkommission; beide Seiten werden addiert. Bei Basispunkten dient derselbe konstante Referenz-Nominalwert für beide Seiten. Reale variable Schließungspreise, Teilgeschäfte, Staffelpreise und gesonderte Ticketminima sind nicht nachgebildet.
Der Verlustbudget-Modus sucht die größte Größe im Lotschrittraster, deren angenommene Mittelpreisbewegung plus Belastungen das Budget nicht überschreitet. Finanzierungsgutschriften und günstige Slippage erhöhen diese Größe nicht. Eine Mindestgebühr kann kleine Budgets bereits ausschöpfen; dann ist das Ergebnis null.
Der Marginbudget-Modus leitet die Größe allein aus vereinfachter Margin ab. Er reserviert keine zusätzlichen Mittel für Spread, weitere Positionen oder Sicherheitsabstand. Er ist daher kein Freigabesignal für einen realen Auftrag. Die zulässige Größe muss mit den tatsächlichen Symbol- und Kontobedingungen abgeglichen werden.
Ist ein Spread-Modell wirklich günstiger?
Es kann unter bestimmten Bedingungen günstiger sein. Die Ursache kann zum Beispiel eine vermiedene Mindestkommission bei kleinen Tickets sein. Das Modelllabel allein sagt aber nichts über die Gesamtkosten. Eine größere Spanne kann eine entfallende Kommission mehr als aufzehren.
Fiktiver Vergleich bei 10 USD Pipwert je Lot und unveränderten Kursen. Modell A: 1,2 Pip Spread, keine separate Kommission. Modell B: 0,2 Pip Spread plus 3,50 USD je Lot und Seite. Beide zunächst ohne Mindestgebühr, Finanzierung oder Slippage:
| Position | Modell A | Modell B | Einordnung |
|---|---|---|---|
| 1,00 Lot | 12,00 USD | 2,00 USD Spread + 7,00 USD Kommission = 9,00 USD | B günstiger in diesen Annahmen |
| 0,10 Lot | 1,20 USD | 0,20 USD Spread + 0,70 USD Kommission = 0,90 USD | B bleibt günstiger ohne Minimum |
| 0,10 Lot; B mit 4 USD Minimum je Seite | 1,20 USD | 0,20 USD + 8,00 USD = 8,20 USD | Mindestgebühr kehrt den Vergleich um |
Diese Tarife gehören zu keinem benannten Broker. Die Presets oben bilden sie nach. Ein „Raw“- oder „STP“-Label ersetzt weder den Tarifvergleich noch einen Ausführungsnachweis. Modellbegriffe sauber einordnen →
Was Haltedauer und Finanzierung verändern
Overnight-Finanzierung kann je nach Instrument auf Zinssätzen, Aufschlägen oder Währungstauschsätzen beruhen. Ein Anbieter unterscheidet seine Systematik für Aktien-/Index-CFDs von Forex/Metallen und verweist bei bestimmten Terminprodukten auf eingepreiste Finanzierung. Diese Konstruktionen dürfen nicht zu einer einzigen globalen Formel zusammengezogen werden.
[FEE-OTHER]Ein Forexanbieter veröffentlicht eine eigene Finanzierungsmethodik. Kosten oder Gutschriften hängen vom konkreten Produkt und seiner Abrechnung ab.
[FEE-FINANCE]Unser einfaches Jahreszinsmodell dient dem Größenvergleich: 100.000 EUR Nominalwert × 7 % × 7/365 ergeben 134,25 EUR angenommene Belastung. Bezogen auf 3.333,33 EUR Modellmargin sind das rund 4,03 %. Die 7 % sind eine fiktive Nettoannahme; sieben Abrechnungstage sind nicht immer sieben Kalendernächte.
Roll-over-Zeit, Mehrfachbelastungen, Wochenenden und Feiertage sowie wechselnde Umrechnung müssen beim Anbieter geprüft werden. Ein Finanzierungseintrag kann auch eine Gutschrift sein; diese ist weder sicher noch für jede Richtung gleich.
Was in der Werbung und im Kontovergleich leicht untergeht
- Mindestspread mit dem tatsächlich bezahlten Spread verwechseln.
- Kosten auf die Margin beziehen und dadurch ihre Kopplung an die volle Position übersehen.
- Kommission je Seite als Preis für den gesamten Roundtrip lesen.
- Bei einer Berechnung aus Ausführungspreisen den Spread nochmals abziehen.
- Häufigen Handel nur pro Trade betrachten: 100 identische Roundtrips à 10 EUR ergeben 1.000 EUR, bevor eine Handelsleistung bewertet wird.
- Gegenläufige Kundenpositionen für kostenneutral halten: Finanzierungsregeln können beide Positionen gesondert erfassen.
- Fixkosten wie VPS, Daten oder Abonnement bei geringer Aktivität nicht auf das tatsächliche Nutzungsvolumen umlegen.
- Kontowährung wechseln, ohne Tickwert, Umrechnung und Geldinputs neu zuzuordnen.
Die FCA beanstandete bei ihrer Prüfung unter anderem Lücken jenseits der Spreadbetrachtung und behandelte Finanzierung gegenläufiger Positionen. Das ist ein datierter britischer Aufsichtsbefund, keine pauschale Feststellung über sämtliche Anbieter.
[FEE-FCA]Eine belastbare Kostenfrage an den Anbieter
„Bitte zeigen Sie für dieses Symbol, dieses Volumen, meine Kontowährung und diese Haltedauer die gesamten Ein- und Ausstiegskosten: angewendeter Spread, Kommission einschließlich Mindestbetrag, Finanzierung, Umrechnung und sonstige Entgelte. Bitte benennen Sie Preisbasis, Roll-over-Zeit und mögliche Ausnahmen.“
Die Antwort zusammen mit Preisverzeichnis, Spezifikation und eigenen Ausführungen vergleichen. Spezifikationen lesen → · Reports auswerten → · Erlösquellen des Brokers verstehen →
Quellen & Geltungsbereich
Die Aussage bleibt prüfbar.
- FCA · CFD Price and Value Review, 13.11.2025
Amtliche Mehrfirmenprüfung im britischen Aufsichtsrahmen; kein Befund über jeden Broker. Abgerufen 30.09.2026.
Quelle öffnen ↗ - MetaTrader 5 · Marginberechnung
Unterschiedliche symbol- und kontoabhängige Methoden; die vereinfachte Rechnerformel ist kein vollständiger MT5-Marginalgorithmus.
Quelle öffnen ↗ - OANDA US · Preisgestaltung
Anbieterquelle zu eigenen Modellen; belegt Beispiele für Spreadvergütung und separate Kommission, keine universelle Tarifstruktur.
Quelle öffnen ↗ - OANDA US · Spreads und Margin
Anbieterbeschreibung von Spreadveränderungen; US-spezifische Hebelregeln werden hier nicht auf andere Länder übertragen.
Quelle öffnen ↗ - IG International · Kostenarten
Anbieterquelle zu eigener Gebührenstruktur; Produkt- und Ländergrenzen beachten. Aktuelle Tarifbeträge werden nicht als Marktstandard übernommen.
Quelle öffnen ↗ - OANDA US · Finanzierung
Anbieterquelle zu eigener Finanzierungssystematik; Abrechnung und Gutschriften sind vertragsabhängig.
Quelle öffnen ↗
Vom Positionswert zum Kontorisiko
Kursbewegung, Equity, freie Margin und Stop-out im interaktiven Kontolabor verfolgen.
Hebel, Margin & Stop-out verstehen →