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Verwaltete Konten · Interaktive Erklärung

MAM & PAMM verstehen

Eine Managerorder, mehrere Anleger: Wie Volumen, Gewinne, Verluste und Erfolgsgebühren verteilt werden – und warum die Konten unterschiedlich belastet werden können.

30.09.2026Deutsch · Quellenbasierter Wiki-KernUnabhängig von MetaQuotes
In diesem ArtikelEine Handelsentscheidung. Mehrere Konten.MAM und PAMM: der verständliche Unterschied.Die Allokation selbst ausprobieren.Das Startbeispiel in Zahlen.Erfolg vergüten: erst die Schwelle verstehen.Wer entscheidet, wer verwahrt, wer trägt den Verlust?Wo die gleiche Strategie unterschiedliche Ergebnisse erzeugt.Technische Delegation und rechtliche Verantwortung.Einordnen: Copy Trading und A-/B-Book.Vor der Vollmacht: die richtigen Fragen.Quellen

Eine Handelsentscheidung. Mehrere Konten.

Eine Managerin entscheidet, ein Instrument zu kaufen oder zu verkaufen. Mehrere Anleger haben sie zur Steuerung ihrer Konten bevollmächtigt. Eine Allokationssoftware übersetzt die zentrale Handelsentscheidung in Anteile für die beteiligten Konten.

Was wird hier geteilt?

Die Handelsentscheidung – und nach einer festgelegten Regel das Volumen sowie das Ergebnis. Die Anleger teilen dadurch nicht automatisch dieselbe rechtliche Kontostruktur oder dasselbe prozentuale Risiko.

MAM steht für Multi-Account Manager; diese Bezeichnung verwenden die hier herangezogenen technischen Dokumentationen. Unter dem angesprochenen Begriff MAMM behandeln wir dieses Multi-Account-Management. PAMM wird unter anderem als Percent Allocation Management Module bezeichnet. Anbieter verwenden unterschiedliche Varianten der Bezeichnung und des Aufbaus.

Beide Namen beschreiben technische Organisations- und Verteilungsmodelle. Sie sind keine Aussage über eine garantierte Rendite, eine erlaubte Verwaltungstätigkeit oder eine bestimmte Rechtsform.

[MAMMANUAL][PAMMDOCU][MAMAXI]

MAM und PAMM: der verständliche Unterschied.

PAMM · proportional beteiligen

Im einfachen PAMM-Beispiel hält Anleger A 10 %, B 30 % und C 60 % des berücksichtigten Kapitals. Eine zentrale Order und ihr Ergebnis werden entsprechend verteilt. Bei identischer Ausführung erhalten alle dieselbe prozentuale Entwicklung vor unterschiedlichen Gebühren.

MAM · Verteilung konfigurieren

Ein MAM kann mehrere Konten zentral steuern und unterschiedliche Regeln verwenden: beispielsweise kapitalproportional, feste Volumenanteile oder individuell gewichtete Anteile. Zwei Anleger können deshalb dieselbe Strategie mit unterschiedlich hoher Belastung ihres Kontos erhalten.

Die Grenze ist nicht scharf: Ein MAM kann auch kapitalproportional verteilen und damit dieselbe Rechnung wie unser PAMM-Beispiel erzeugen. PAMM bedeutet seinerseits nicht zwingend, dass Geld rechtlich in einem einzigen gemeinsamen Fonds liegt. Maßgeblich sind Verträge, Kontoführung und die konkrete technische Lösung.

„Gleicher Trade“ heißt nicht „gleiches Risiko“.

Eine identische Lotgröße auf einem 1.000-€- und einem 6.000-€-Konto beansprucht das kleinere Konto relativ stärker. Kapitalproportionale Volumina gleichen diesen Unterschied im vereinfachten Modell aus; sie beseitigen das Handelsrisiko nicht.

[MAMMANUAL][PAMMDOCU][MAMAXI]

Die Allokation selbst ausprobieren.

Starten Sie mit PAMM. Vergleichen Sie dann gleiche Lots oder die gewichtete MAM-Regel. Alle Ergebnisse beziehen sich auf einen abgeschlossenen Beispielzeitraum ohne Ein- oder Auszahlungen.

Konto A
Konto B
Konto C

PAMM: Kontowert / Summe der Kontowerte

Managerin · eine HandelsentscheidungStrategie und Mastervolumen bestimmen

Konto A

10 %
Zugeteiltes Volumen
—
Ergebnis vor Erfolgsgebühr
—
Gebührenschwelle / HWM
—
Erfolgsgebühr
—
Ergebnis nach Erfolgsgebühr
—
Rendite nach Erfolgsgebühr
—
Kontowert danach
—

Konto B

30 %
Zugeteiltes Volumen
—
Ergebnis vor Erfolgsgebühr
—
Gebührenschwelle / HWM
—
Erfolgsgebühr
—
Ergebnis nach Erfolgsgebühr
—
Rendite nach Erfolgsgebühr
—
Kontowert danach
—

Konto C

60 %
Zugeteiltes Volumen
—
Ergebnis vor Erfolgsgebühr
—
Gebührenschwelle / HWM
—
Erfolgsgebühr
—
Ergebnis nach Erfolgsgebühr
—
Rendite nach Erfolgsgebühr
—
Kontowert danach
—
Separater BrokerprozessKundenausführung und A-/B-Book-Hedging sind eine andere Ebene

Die Berechnung wird bei einer Änderung aktualisiert.

Die Volumenverteilung im Schaubild ist eine didaktische Zuordnung, keine universelle technische Reihenfolge. Anbieter können Trades oder Ergebnisse zu unterschiedlichen Zeitpunkten allokieren. Bruchteile von Lots werden hier ohne Handelsrundung gerechnet. Das Gesamtergebnis ist eine separate Annahme: Eine Änderung des Mastervolumens berechnet keine neue Preisbewegung oder Rendite. Spread, Kommission und Finanzierung gelten im eingegebenen Ergebnis als bereits berücksichtigt; weitere Verwaltungsgebühren und Steuern fehlen.

Das Startbeispiel in Zahlen.

1.000 € + 3.000 € + 6.000 € = 10.000 € Gesamtwert

Die Anteile sind 10 %, 30 % und 60 %. Von 10 Lots entfallen 1, 3 und 6 Lots auf A, B und C. Ein Ergebnis von 1.000 € wird als 100 €, 300 € und 600 € verteilt.

Bei 20 % Erfolgsgebühr und einer Schwelle auf dem jeweiligen Startwert fallen 20 €, 60 € und 120 € an. Den Anlegern verbleiben 80 €, 240 € und 480 € – jeweils 8 % des Startwerts.

Bei 1.000 € Verlust verteilt das Beispiel −100 €, −300 € und −600 €. Eine Erfolgsgebühr fällt in unserer Regel nicht an. Andere laufende Gebühren könnten trotzdem entstehen; sie sind in der Simulation nicht enthalten.

Die gleiche Lotzahl je Konto würde das Gesamtergebnis hingegen zu je einem Drittel verteilen. Bei einem Verlust träfe derselbe Eurobetrag Konto A relativ deutlich stärker als Konto C. Es handelt sich um einen Vergleich bei festem Gesamtvolumen und gleichem angenommenem Gesamtergebnis.

Erfolg vergüten: erst die Schwelle verstehen.

Eine High-Water-Mark ist eine vereinbarte Referenz für die Erfolgsgebühr. In unserem Modell wird nur der positive Betrag oberhalb der bisherigen Schwelle vergütet. Beispiel: Ein Konto startet nach Verlusten bei 1.000 €, die frühere Schwelle beträgt 1.200 €. Steigt es auf 1.100 €, fällt trotz eines positiven Periodenergebnisses keine Erfolgsgebühr an.

Die Simulation verwendet: Gebühr = Satz × max(0, Kontowert vor Gebühr − High-Water-Mark). Als Mindestschwelle gilt hier der Startwert. Abgerechnet wird einmal am Ende des Beispiels; es wird keine Folgeperiode simuliert.

In echten Verträgen sind unter anderem Referenzperiode, Abrechnungszeitpunkt, Hurdle Rate, Ein- und Auszahlungen sowie die Behandlung eines Managerwechsels zu prüfen. Eine Einzahlung darf in der Ergebnisanalyse nicht als Handelsgewinn missverstanden werden. Die Simulatorformel ist eine eigene Illustration, keine Wiedergabe eines bestimmten Gebührenvertrags.

Die ESMA behandelt Verlustaufholung und HWM-Modelle in ihren Leitlinien für UCITS und bestimmte AIFs. Das erklärt das Konzept, macht diese Fondsleitlinien aber nicht automatisch auf jede MAM-/PAMM-Vereinbarung anwendbar.

HWM-Begriff und Geltungsbereich der ESMA-Leitlinien →

Wer entscheidet, wer verwahrt, wer trägt den Verlust?

RolleFunktionEntscheidende Abgrenzung
AnlegerStellt Kapital bereit und vereinbart Befugnisse, Grenzen und Vergütung.Trägt die wirtschaftlichen Ergebnisse seines Kontos; ein Manager ersetzt das Verlustrisiko nicht.
ManagerTrifft Handelsentscheidungen im Rahmen seiner Befugnisse.Handelsvollmacht und Befugnis zur Auszahlung sind unterschiedliche Rechte.
BrokerKontoführung und Ausführung nach dem konkreten Vertragsmodell.Brokererlaubnis und Erlaubnis des Managers müssen getrennt betrachtet werden.
AllokationssoftwareBerechnet oder übermittelt die Zuordnung.Sie beurteilt nicht automatisch die Eignung der Strategie oder die Vertrauenswürdigkeit des Managers.

Prüfen Sie, ob die Vollmacht tatsächlich auf den Handel begrenzt ist, wer Gebühren abbuchen kann und wohin Auszahlungen erfolgen dürfen. Aus dem Label MAM oder PAMM lässt sich keine allgemeine Auszahlungssperre für den Manager ableiten.

„Pool“ kann eine technische Zusammenfassung von Handelsvolumen meinen. Ob individuelle Konten, eine Sammelstruktur oder ein rechtlich organisierter Fonds vorliegen, beantworten die Kontoverträge und die tatsächliche Geldführung.

Wo die gleiche Strategie unterschiedliche Ergebnisse erzeugt.

Gewichtung: Die MAM-Beispielregel multipliziert Kontowerte mit frei gewählten Faktoren und verteilt ein festes Mastervolumen entsprechend. Das ist keine zertifizierte „Equal Risk“-Methode. Ein größerer Faktor bedeutet nur einen größeren relativen Anteil im Beispiel.

Ausführung: Mindestvolumen, Lot-Schritte, Margin, verspätete Ausführung und abweichende Preise können Konten unterschiedlich treffen. Die Rechnung unterstellt ein identisches Instrument, vollständige Ausführung, gleiche Preise und exakt proportionale Ergebnisse.

Kapitalveränderung: Neue Einzahlungen, Auszahlungen und bereits offene Positionen verändern die Berechnungsbasis. Entscheidend sind Bewertungszeitpunkt, Equity oder Balance und die Regeln für Beitritt und Austritt.

Anreize: Erfolgsvergütung beteiligt den Manager am positiven Ergebnis, ohne ihm automatisch denselben Euroverlust aufzuerlegen. Volumenabhängige Vergütung kann einen Anreiz zu mehr Handel schaffen. Eigenkapital des Managers kann Interessen annähern, garantiert aber weder Sorgfalt noch Erfolg.

Ergebnisnachweis: Rendite allein reicht nicht. Drawdown, offene Risiken, Kosten, Kapitalbewegungen und tatsächliche Auszahlungen gehören zur Beurteilung. Ein glatter Chart ist kein Nachweis einer dauerhaft tragfähigen Strategie.

Technische Delegation und rechtliche Verantwortung.

Ob eine Dienstleistung erlaubnispflichtige Portfolioverwaltung oder eine andere Tätigkeit darstellt, hängt von ihren tatsächlichen Befugnissen, Produkten und dem Rechtsraum ab. Das Techniklabel entscheidet dies nicht.

Die FCA erläutert für Copy Trading, dass automatische Ausführung ohne Einzelentscheidung des Kunden als Portfolioverwaltung einzuordnen sein kann; verlangt jede Transaktion eine Kundenentscheidung, ist die Beurteilung anders. Die ESMA behandelt entsprechende Abgrenzungen und Aufsichtserwartungen in ihrem Copy-Trading-Briefing von 2023. Das sind Vergleichsmaßstäbe, keine pauschale Klassifikation aller MAM-/PAMM-Angebote.

Für ein konkretes Angebot sind die juristische Person des Managers, Erlaubnisumfang, Vollmacht, Kundenschutz und grenzüberschreitende Leistungserbringung einzeln zu prüfen.

FCA · ESMA

Einordnen: Copy Trading und A-/B-Book.

Copy Trading

Signalgeber und Kopierdienst können eine Strategie auf andere Konten übertragen. MAM/PAMM beschreibt hier die zentrale Verwaltung und Allokation. Automatisierung und Delegation können sich überschneiden; die Rechte und Ausführungsregeln entscheiden.

Broker-Hedging

Nach oder im Zusammenhang mit der Kundenausführung kann der Broker sein Marktrisiko intern tragen oder extern absichern. Das ist unabhängig davon, ob die Kundenorder manuell, durch einen EA oder durch einen Manager ausgelöst wurde.

„PAMM“ bedeutet daher nicht „A-Book“. „MAM“ beweist weder externe Ausführung noch internes Gegenhandeln. Die Managersteuerung und die Risikobehandlung des Brokers liegen auf unterschiedlichen Ebenen.

Den Kundenauftrag und den Broker-Hedge verfolgen → · Das Geschäftsmodell des Brokers verstehen →

Vor der Vollmacht: die richtigen Fragen.

  1. Identität: Wer ist der Manager und welche Gesellschaft schuldet die Leistung?
  2. Befugnisse: Darf er nur handeln, Gebühren auslösen oder auch Geld transferieren?
  3. Verteilung: Welche Regel gilt, zu welchem Zeitpunkt und mit welcher Rundung?
  4. Grenzen: Welche Instrumente, Hebel und Risikolimits sind tatsächlich vereinbart und technisch umgesetzt?
  5. Vergütung: Welche Gebühren, HWM, Referenzperioden und Rückvergütungen existieren?
  6. Ausstieg: Wie werden Vollmacht, offene Positionen, Gebühren und Auszahlung bei Kündigung behandelt?
  7. Belege: Sind Performance, Drawdown und Kapitalbewegungen nachvollziehbar?

Die Quellen zeigen unterschiedliche konkrete Umsetzungen. Die Seite erklärt Mechaniken und Prüfaufgaben; sie empfiehlt keinen Anbieter und behauptet keine allgemeine Standardisierung.

Zusammenhänge vertiefen

Social, Copy und Mirror Trading: Gesamtsicht → · CFD-Verlustquoten: Berechnung und Aussagekraft →

Quellen & Geltungsbereich

Die Aussage bleibt prüfbar.

  1. MetaFX · Multi Account Manager · User Guide

    Technische Herstellerdokumentation; konkrete MAM-Implementierung, kein universeller Standard. Insbesondere Allokation nach Volumen, Balance und Equity.

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  2. Dukascopy · Percent Allocation Management Module

    Anbieterbeschreibung: verwaltete Konten, Vollmacht und proportionale Zuordnung. Keine Anbieterempfehlung.

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  3. Axi · Multi-Account Manager

    Anbieterbeispiel unterschiedlicher MAM-Allokationsmethoden; Werbung nicht als Qualitätsnachweis verwendet.

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  4. FCA · Copy trading

    UK-Einordnung von automatischer Ausführung und Kundenentscheidung; keine globale Einstufung von MAM/PAMM.

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  5. ESMA35-42-1428 · Copy Trading · 30.03.2023

    Aufsichtsbriefing; rechtliche Einordnung hängt von der tatsächlichen Tätigkeit ab.

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  6. ESMA34-39-992 · Performance Fees

    Leitlinien für UCITS und bestimmte AIFs; HWM-Hintergrund, keine automatische Anwendung auf verwaltete CFD-Konten.

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